AdipositasZentrum NRW mit Adipositas-Tag am EvK Castrop-Rauxel

Richtige Ernährung ist nicht nur überlebensnotwendig, sondern bedeutet auch Genuss. Maßloses Essen hingegen kann zu extremem Übergewicht (Adipositas) mit massiven gesundheitsschädigenden Folgen führen. Wichtige Aufklärungsarbeit leistete das Evangelische Krankenhaus Castrop-Rauxel mit einem Tag der offenen Tür. Auf dem Programm stand ein breit gefächertes Service-Angebot sowie Kurzvorträge und auf Wunsch auch Einzelgespräche. Als Teil des Adipositas-Zentrums NRW bietet das EvK seit zwei Jahren eine speziell ausgerichtete Beratung und Therapie an, um stark übergewichtigen Menschen zu helfen.
Wann bringt man einfach nur ein paar Kilos zuviel auf die Waage und wann handelt es sich um krankhaftes Übergewicht, das man reduzieren sollte? Um das festzustellen, bot das EvK während des Adipositas-Tages den Besucherinnen und Besuchern an, den persönlichen Body-Maß-Index zu ermitteln. Dazu gab es Impedanz-Fettgewebe-Messungen, Ultraschalluntersuchungen des Unterhautfettgewebes, Blutzucker- und Cholesterinmessungen sowie Messungen des Blutdrucks und eine Ernährungsberatung.
Eine besondere Attraktion war die Landung des Rettungshubschraubers Christoph 8 auf der Wiese vor dem Krankenhaus. Zahllose Menschen nutzten die Chance, einmal einen Blick in das Innere eines Rettungshubschraubers zu werfen. Viel Beachtung fand auch der Spezial-Rettungswagen der Feuerwehr für den Transport und die Erst-Versorgung von extrem übergewichtigen Patienten.
Wichtige Informationen zur Hilfe bei extremem Übergewicht boten sechs Kurzvorträge. Ernährungsmediziner Dr. Thomas Hulisz referierte über „Risiko und Häufigkeit des starken Übergewichts“. Mit Adipositas und den drohenden Begleiterkrankungen setzte sich Dr. Holger Gespers auseinander. Dr. Henning G. Schulz stellte vor, welche chirurgischen Therapieansätze es gibt, um erhebliches Übergewicht zu reduzieren. Eine Erkrankung, die Menschen mit starkem Übergewicht häufig zu schaffen macht, ist die Schlafapnoe, eine krankhafte Form der Schlafstörung. Aufklärung darüber bot Dr. Alexander Trappe.  Dass nicht jede Fettablagerung z.B. an den Beinen auf Adipositas zurückzuführen ist, darauf wies Dr. Jürgen Jahn hin. Er beschrieb in seinem Vortrag das Lipödem. Dabei handelt es sich um eine Vermehrung des Fettgewebes, die ein eigenständiges Krankheitsbild darstellt und eine besondere Therapie erfordert. Der Diplom-Psychologe Uwe Machleit schließlich beleuchtete die psychologischen Aspekte des Übergewichts. Mit sämtlichen Fachleuten waren auch Einzelgespräche möglich.

Extremes Übergewicht betrifft immer mehr Menschen. Neueste Untersuchungen zeigen, dass 40 Prozent der Deutschen als mäßig adipös gelten, 20 Prozent als adipös und 1 bis 2 Prozent als extrem adipös. Bei den Betroffenen führt das zu einem vermehrten Auftreten von Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Herzinfarkt, Schlaganfall, Gicht oder Venenschwäche. Hinzukommen seelische Folgen der Adipositas, wie z.B. mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz. Starkes Übergewicht definiert sich nach folgender Broca-Formel: Körpergröße minus 100 ergibt das Soll-Gewicht in Kilogramm. Ab 20 Prozent über dem Sollgewicht spricht man von Fettsucht.