Infos zum Dekubitus

Der demografische Wandel ist unaufhaltsam: Wo mehr alte Menschen sind, treten auch mehr typische Alterserkrankungen auf. Aber mit dem Alter erhöht sich auch das Risiko einer chronischen Wunde. - Und bei einer Bettlägerigkeit das Risiko, einen sogenannten Dekubitus, ein „Wundliegegeschwür“ zu bekommen.

Diese Schädigung der Haut und des darunterliegenden Gewebes sei eine große „Herausforderung für Ärzte und Pflegende“, so Annegret Hintz-Düppe, die Zentrale Pflegedienstleiterin, der vor allem interdisziplinär, in enger Zusammenarbeit aller medizinischen Fachbereiche, begegnet werden müsse. Deshalb trafen sich rund 100 Ärzte und Pflegende aus Heimen und von Pflegediensten der Region im Altenheim der Evangelischen Stiftung Augusta, Am Kesterkamp in Linden, zu einem Themennachmittag mit Erfahrungsaustausch unter dem oben genannten Titel. „Dekubitusprophylaxe und Wundversorgung nach aktuellen Standards sind ein wichtiges Qualitätskriterium.“

Beleuchtet wurden neben den pflegerischen und medizinischen Aspekten auch die rechtlichen Fragen, die eine solche Wunde aufwirft. Dr. Olaf Hagen, Chefarzt der Geriatrischen Klinik des Augusta in Linden, sprach über Ernährungsfragen, Dr. Karl Schuhmann, Chef der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie am EvK Hattingen und Vizepräsident des Wundverbundes Nord-West, informierte über Wundverschlusstechniken.

Dekubitalgeschwüre, so schreibt die Internet-Enzyklopädie Wikipedia, „können durchaus auch Pflegefehler sein, und werden deshalb gerne als Gradmesser der Pflegequalität gewertet.“ Deshalb sind Hilfsmittel bei der Lagerung alter Menschen ebenso wichtig wie eine genaue Wunddokumentation und ein ausgeprägtes Wundmanagement. Alle diese Aspekte wurden im Altenheim Am Kesterkamp ausführlich thematisiert.