"Hauptsache krank!"

„Hauptsache krank!“ war das humorige Abschlussthema beim dritten gemeinsamen Pflegesymposium der Evangelischen Stiftung Augusta Bochum/Hattingen und der Evangelischen Krankenhausgemeinschaft Herne/Castrop-Rauxel in der Aula der Augusta-Kranken-Anstalt. Ausführlich bewitzelte Prof. Okko Herlyn, der humorige Bochumer Theologieprofessor, nicht nur das Gesundheitswesen.

Ob hinterher vielleicht neue Lachfalten plastisch-chirurgisch behandelt werden mussten, ist nicht bekannt. Aber die fast 100 leitenden Mitarbeiter aus den Stations- und Funktionsbereichen der sechs evangelischen Krankenhäuser des Klinik-Verbundes genossen den angenehm lustigen Abschluss des anstrengenden Tages.

In dieser gehaltvollen und sehr intensiven Fortbildungsveranstaltung hatten die Pflegeexperten zunächst intensiv unter anderem über Tendenzen in der Krankenhausversorgung und über Veränderungen des Berufsbildes Pflege diskutiert. Auch die große Bedeutung der Pflegedokumentation wurde ausführlich behandelt, damit es am Ende jedes Krankenhausaufenthaltes in den Häusern der Kooperation immer nur heißen kann: „Hauptsache wieder gesund“.

Pflegesymposium diskutiert Zukunft des Berufsbilds

Die stets wachsenden Herausforderungen im Gesundheitswesen standen im Mittelpunkt des dritten gemeinsamen Pflegesymposiums der Ev. Krankenhausgemeinschaft und der Ev. Stiftung Augusta. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer befassten sich kritisch mit neuen Entwicklungen ihres Berufsbildes und der Erschließung neuer Aufgabenbereiche, aber auch mit Themen wie Bedeutung der Pflegedokumentation im pauschalisierten Abrechnungssystem. Organisiert wurde die Veranstaltung von den Pflegedirektorinnen Brigitte Geisler, Annegret Hintz-Düppe, Eva Karmelita und Ulrike Kulot.

Elke Grothe-Kühn, Geschäftsführerin des Verbandes der Ev. Krankenhäuser in Rheinland-Westfalen-Lippe, präsentierte in ihrem Vortrag grundsätzliche Überlegungen zu Entwicklungstendenzen in der nordrheinwestfälischen Krankenhausversorgung. Es werde vor allem darum gehen, die Effektivität in der Versorgung zu verbessern. In diesem Zusammenhang seien weitere Zentrenbildungen zu erwarten sowie die Schaffung Integrierter Versorgungsstrukturen.

Vor diesem Hintergrund entwarf Ludger Risse, Pflegedirektor des St. Christophorus-Krankenhaus Werne und Vorsitzender BALK Landesgruppe NRW, ein sich immer stärker veränderndes Berufsbild Pflege. So stehen in Zukunft u.a. eine neue Aufgabenverteilung und neue Kooperationsformen zwischen den einzelnen Gesundheitsberufen an. Das gehe sowohl in Richtung Arztassistenz als auch in Richtung Serviceleistungen. Ziel sei dabei immer eine bestmögliche Versorgung der Patienten.

Um die Bedeutung einer umfassenden Pflegedokumentation ging es in dem Vortrag von Wolfgang Reifenhäuser, Ärztlicher Leiter Medizincontrolling GSG Consulting. Wichtig sei es hier, so präzise wie möglich die Schweregrade der vorliegenden Erkrankungen zu erfassen, um den Pflegeaufwand realistisch abzubilden. Eine vollständige Leistungsdokumentation gewinnt umso mehr an Bedeutung je stärker im Gesundheitswesen Arbeitsprozesse zu optimieren sind und Sach- und Personalkosten weiter drastisch gesenkt werden müssen.

Am Ende der Tagung durfte noch einmal gelacht werden. Okko Herlyn, Professor für Ethik, Anthropologie und Theologie an der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe sowie Kabarettist, beleuchtete das Thema Gesundheitswesen einmal von der feinsinnig-humorvollen Seite. „Hauptsache krank!“ lautete sein Motto, mit dem er bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für großes Vergnügen sorgte.