Dr. Schuhmann zum Vizepräsidenten gewählt

Zum Vizepräsidenten des neu gegründeten "Wundverbundes Nord-West" wurde am Wochenende in Lünen Dr. med. Karl Schuhmann gewählt. Der Leiter der Abteilung für Plastische/Ästhetische und Handchirurgie am Evangelischen Krankenhaus hatte beim Gründungskongress, der zugleich der "2. Lüner Wundtag" war, auch zum Thema "Plastische Chirurgie in der Wundversorgung" referiert. Rund 150 Mediziner und Kräfte aus dem Pflegebereich nahmen am Wundtag und am Gründungskongress teil.
"Für eine erfolgreiche Wundbehandlung müssen alle Disziplinen zusammenarbeiten, die mit Wunden zu tun haben", erklärt Schuhmann, Chirurgie, Diabetologie oder Angiologie hätten unterschiedliche Sichtweisen der Wundbehandlung. Der neue Wundverband biete dabei ein wichtiges Forum. Akute, vor allem aber chronische Wunden zu Abheilung zu bringen, sei eine gemeinsame Aufgabe von Ärzten und Pflege.
Jährlich werden in Deutschland 3,5 Millionen Menschen wegen chronischer Wunden behandelt. Obwohl dafür rund fünf Milliarden Euro aufgewendet werden, ist die Versorgung alles andere als zufriedenstellend. So gehen Schätzungen davon aus, dass trotz monate- oder jahrelangem Behandlungsverlauf jährlich über 40.000 Amputationen vorgenommen werden müssen.
Viele Patienten, so Schuhmann, werden nicht entsprechend den Erkenntnissen der modernen Wundbehandlung versorgt. In vielen Fällen seien Unkenntnis oder die vermeintlich höheren Kosten die Gründe dafür. Dabei spare modernes Wundmanagement langfristig sogar Kosten. In manchen Häusern gebe es bis zu 15-prozentige Einsparungen. Früher zielte man darauf ab, möglichst schnell eine "trockene" Wunde zu bekommen. Moderne Behandlungen halten Wunden feucht – mit höheren Materialkosten, aber dann kürzerer und effektiverer Behandlung.
Der zweite Jahreskongress des "Wundverbundes Nord-West", dafür hat Dr. Schuhmann gesorgt, wird übrigens 2008 in Hattingen stattfinden.