Bochumer Know How für die neue Uni-Klinik in Fes (Marokko)

Fragen über Fragen. Einen ganzen Katalog davon hatte sich Professor Dr. Nabil Kanjaa für seinen Besuch in der Augusta-Kranken-Anstalt zurecht gelegt. Der Chefarzt für Anästhesie und Intensivpflege an der Uniklinik der marokkanischen Metropole Fes baut in seiner Heimatstadt gerade eine brandneue Uniklinik mit 950 Betten.
"Es handelt sich um eines der größten Projekte der letzten Jahre in Afrika", hatte Knud Henke vom Lübecker Medizintechnik-Hersteller Dräger in seiner Besuchs-Anfrage geschrieben. In Bochum war man deshalb auf der Suche nach deutschem Know How, hinterfragte Erfahrungen mit innovativen Technologien und computer-basierten Lösungen.
Professor Kanjaa sah sich mit seinen Begleitern natürlich in seinem eigenen Fachbereich um - aber auch in der Medizintechnik, der Notaufnahme und der IT-Abteilung. Gerade die am Augusta sehr weit entwickelte Einbindung der medizinischen Geräte in die IT-Struktur interessierte und begeisterte den afrikanischen Chefarzt. "Unsere neuen Gebäude stehen bereits", berichtet er auf Französisch. "Jetzt kommen die Geräte und die Einrichtung." Nicht weniger als 28 Operationssäle werden Anfang 2008 in Fes in Betrieb gehen.
Für die neue Uni-Klinik sah man sich im Augusta auch die neue, kabellose OP-Überwachungstechnik an. Rainer Tiemann, Leiter der Medizintechnik, zeigte die Geräte in der Praxis, von denen in den Krankenhäusern der Evangelischen Stiftung Augusta (Bochum/Hattingen) mehr als 50 im Einsatz sind.
Sie machen die Narkose deutlich sicherer. Üblicherweise wurde bisher nach der Einleitung der Narkose der zuvor "verkabelte" und damit in all seinen Körperfunktionen überwachte Patient in praktisch allen deutschen Krankenhäusern wieder "vom Netz" genommen, wenn er in den Operationssaal geschoben und auf den OP-Tisch umgebettet wird. Das ist Geschichte: Über ein kabelloses Netzwerk sind die Patienten lückenlos unter Kontrolle.
Diese Technik, die Professor Kanjaa überzeugte, wird bald auch in Fes zum Einsatz kommen. Der Chefarzt wurde im Augusta begleitet von den Technikern Houssein Idokhsane und Mouchafi El Mostafa. Dass es auf Bochumer Stadtgebiet acht Krankenhäuser gibt, hat ihn im übrigen nicht weniger beeindruckt als die zukunftorientierte Ausrichtung des Augusta. (esa)

Das Bild oben zeigt (von rechts) Professor Kanjaa im Gespräch mit Rainer Tiemann. Links Französisch-Übersetzer Marcus Erythropel. Unten: Die Gesprächsrunde.