Ballonkyphoplastie macht schmerzfrei

Querschnittslähmung ist der erste Gedanke bei eingebrochenen Wirbelkörpern - und genau das befürchtete Dorothea Knoch, als sie diesen Schmerz „im Kreuz“ spürte, sich nicht mehr bewegen konnte und ins Evangelische Krankenhaus (EvK) Hattingen eingeliefert wurde. Es ist verblüffend: Schon am Tag nach einer ca. 30minütigen Operation tanzte sie wieder Walzer. Mit dem Chefarzt auf dem Krankenhaus-Flur.

Was wie ein Wunder klingt, ist das Resultat der Kyphoplastie, einer minimal invasiven Methode zur Behandlung schmerzhafter und die Bewegung einschränkender Wirbelkörperbrüche, die man besonders häufig bei Patienten mit einer Osteoporose vorfindet. Bei dieser Krankheit, die sehr oft bei älteren Frauen auftritt, nimmt die Knochenmasse ab und die Knochenarchitektur verschlechtert sich, was eine Abnahme der Knochenstabilität und damit häufig Brüche zur Folge hat.  
Seit Anfang 2007 führt Dr. Michael Strigl, Oberarzt der Chirurgie am Evangelischen Krankenhaus in Hattingen die Ballonkyphoplastie von Wirbelkörperfrakturen durch: Der eingebrochene Wirbelkörper wird in Narkose und unter Sichtkontrolle über zwei wenige Millimeter große Zugänge zunächst mit kleinen Ballons aufgedehnt und dann mit einem künstlichen Knochenersatzstoff aufgefüllt. Je frischer die Fraktur ist, umso besser gelingt es, diese nicht nur zu stabilisieren, sondern auch wieder aufzurichten.
Bisher operierte Michael Strigl in Hattingen seit April 13 Patienten mit insgesamt defekten 18 Wirbeln. Das Ergebnis ist so frappierend wie oben geschildert: Alle Patienten erfuhren auf diese Weise eine erhebliche Schmerzlinderung. Die Patienten können am zweiten Tag nach der Operation entlassen werden. Bisherige Ergebnisse zeigen eine unverzügliche Schmerzreduktion und eine verkürzte stationäre Behandlungsdauer..
Die Mikrobewegungen in dem zusammengebrochenen Wirbelkörper verursachen Knochenhautreizungen, die extrem schmerzhaft sind.  Die kyphoplastische Stabilisierung beseitigt diese schmerzhaften Knochenhautreizungen.
Bisher wurde für die Kyphoplastie im Rahmen kontrollierter wissenschaftlicher Studien gezeigt, dass die Patienten auch noch nach einem Jahr deutlich weniger Schmerzen hatten und beweglicher waren als Patienten, die im Vergleich nur mit Medikamenten behandelt wurden.