Schüler sehen sich im EvK um

Vier Tage lang war das Evangelische Krankenhaus Hattingen (EvK) nicht nur Ausbildungs-Station für die Studenten der Bochumer Ruhr-Universität oder die Lernenden der hauseigenen Krankenpflegeschule – sondern auch für Schülerinnen und Schüler der Realschule Grünstraße: Im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative "Auf KURS in die Zukunft – Kooperation Schule-Wirtschaft" riskierten an vier Tagen jeweils 15 Zehntklässler einen Blick in den Berufsalltag.

In drei Gruppen wuselten die Jugendlichen von der Grünstraße durch das Haus – freilich immer betreut von einem der Mitarbeiter des Technischen Dienstes. Leiter Karl Otto Meiswinkel ("Wir müssen etwas für den Nachwuchs tun!") und sein Stellvertreter Björn Mühle waren selbst an allen Tagen unterwegs. Thema waren Wasseranalysen.

Die Wasseraufbereitung für Kesselsysteme unterliegt - nicht nur im EvK – strengen Vorschriften. Für die Einhaltung der Wasserqualität gibt es regelmäßig Kontrollen auf Leitfähigkeit, pH- Wert, Säurekapazität und Gesamthärte. Die Jugendlichen der Klasse 10 testeten unter Anleitung von Roland Schumann mit Hilfe elektrischer Messgeräte und durch chemische Reaktionen selbst das Wasser.
Außerdem wurde ihnen die Umkehrosmoseanlage vorgestellt, die eine Vollentsalzung des Wassers bewirkt. Hier werden einseitig durchlässige Membranen verwendet, die wie ein Filter arbeiten. Eine solche Entsalzungsanlage ist u.a. für Krankenhäuser vorgeschrieben.
Die Jungen und Mädchen nahmen auch die Gebäudeleittechnik in Augenschein, wo alle wichtigen technischen Anlagen, wie Energiezentrale, Dampfzentrale und Lüftungszentrale auf einen PC aufgeschaltet sind. "So wird eine optimale Überwachung ermöglicht", erklärte Werkstattleiter Bernd Piepiora, "damit Störungen sofort erkannt und schnellstmöglich behoben werden können."
Zum Abschluss der beiden Schulstunden stellte Eckhard Tetzlaff, der Personalchef des EvK, den Jugendlichen noch die breite Ausbildungspalette des EvK vor. Und war höchst erstaunt: Alle Schulbesucher am 16. Januar wollen auch noch das Abitur machen.

Die Kooperation Schule-Wirtschaft will Jugendlichen den Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt nachhaltig erleichtern. Dabei soll eine frühzeitige Berufsorientierung und eine verlässliche Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Schulen erreicht werden. Der Fokus liegt auf dem Ruhrgebiet und dem Bergischen Städtedreieck. Eine spezielle Betonung wird auf junge Menschen mit Migrationshintergrund gelegt.