Dr. Jihan Mohasseb ist die neue Chefärztin der
Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
am Evangelischen Krankenhaus in Hattingen

"Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal Chefärztin sein würde", sagt Dr. med . Jihan Mohasseb, die zum Jahreswechsel die Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Evangelischen Krankenhaus in Hattingen (EvK) übernahm. Unverhofft kommt oft – denn nun ist sie es. Und sie ist die einzige Frau in der ganzen Republik, die Chefin ist in diesem Fachbereich der Chirurgie. Diplom-Kaufmann Ulrich Froese, der Geschäftsführer des EvK, hält große Stücke auf die ebenso sympathische wie kompetente Frau, und hat maßgeblich daran gearbeitet, dass Mohasseb diese Aufgabe übernahm.
Meißel, Hammer und Schrauben im OP zeigen, dass Mohassebs Arbeit in erster Linie Handwerk ist. Kieferchirurgie ist "ihr Ding", aber am liebsten operiert die "Neue" Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, was sie im übrigen ab dem 16. Februar wieder – kostenlos mit Interplast - in Indien macht. "Bei uns kommen solche Fehlbildungen aber auch vor."
Tumoren im Kopfe- und Gesichtsbereich, aber auch ästhetische Korrektur-Operationen fallen aber ebenfalls in den Aufgabenbereich der neuen Chefärztin.
"Wir wollen das Spektrum der Klinik ausbauen", erklärt die sympathische 43jährige, "und wir wollen Kooperationen mit niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen ausbauen, die Zuweiser in unsere Arbeit mit einbinden." Das ist neu und man darf gespannt sein, wie sich dieses Konzept entwickelt.

Manche Patienten werden von Zahnärzten überwiesen, manchen kommen direkt zum EvK. "Da ist oft viel Beratungsbedarf." Ambulante und stationäre Operationen sind möglich. Die Ausstattung ist erstklassig. Vier Kolleginnen und Kollegen sind es vorerst noch, die neben dem Pflege- und OP-Personal ihre neue Chefin in jeder Hinsicht unterstützen. "Es gibt keine Probleme mit der Tatsache, dass ich eine Frau bin", freut sich Mohasseb. "Alle unterstützen mich voll – und leben unsere Maxime, dass ausschließlich der Patient im Mittelpunkt unserer Bemühungen steht." Weitere Ärzte sollen im übrigen noch kommen.
"Wie schaffst du das alles", fragen manchmal Freunde die zweifache Mutter – und sie antwortet dann, dass es nur mit der Unterstützung der Kinder und der Familie geht. Früher hatten sie sich der jetzt zwölfjährige Taimour und die 14jährige Amani zuweilen beschwert, wenn Mama nicht zu Hause war. Das ist vorbei. Inzwischen finden die Kinder ihre Mutter total "cool" – und Taimour bietet sogar zuweilen an, etwas für die Familie zu kochen.

Jihan Mohasseb wurde in Kairo geboren. 1967 war Mohassebs Mutter an die Charité nach Berlin berufen worden. Schon bald (1972) folgte die gesamte Familie nach. Dann allerdings in den Westen Deutschlands. Von hier war diesmal der wissenschaftliche Ruf gekommen. Sie wuchs in Berlin auf und studierte an der Freien Universität. "Ich fühle mich noch heute", sagt sie, "als Berlinerin." Dennoch ist sie mit ganzem Herzen in Hattingen, wo schon seit 1996 ihr Lebensmittelpunkt ist. So lange arbeitet sie nämlich schon an der Bredenscheider Straße.