"Kentsch-Kurve" optimiert Abläufe
in der Küche des Augusta in
Bochum

Die Ostkurve im ehemaligen Ruhrstadion kennt jeder - obwohl es sich dort um keine Kurve handelt und der Stadionname inzwischen nicht mehr korrekt ist. Korrekt ist allerdings, dass nur wenige hundert Meter vom blau-weißen Schmuckkästchen entfernt kürzlich eine richtige Kurve installiert wurde. Eine, die bei Experten für ungeteilte Begeisterung sorgt, weil sie in der Küche der Augusta-Kranken-Anstalt für bessere Abläufe sorgt.
Uwe Kentsch, Leiter der Speiseversorgung in der Evangelischen Stiftung Augusta, hat sie geplant, hat damit die Abschlussarbeit seiner Ausbildung zum Verpflegungsbetriebswirt vorgelegt – und gleichzeitig die Versorgung der Augusta-Häuser in Bochum sowie des Evangelischen Krankenhauses in Hattingen optimiert. Letzten Donnerstag bestand der Hattinger die mündliche Prüfung an der Hotelmanagement-Akademie in Koblenz mit der Klasse-Note "gut".

Jedes Restaurant wäre überglücklich pro Tag 270 und mehr Essen zu verkaufen. In der Küche der Augusta-Kranken-Anstalt ist das Zehnfache Alltag. "Bei uns", sagt Uwe Kentsch, "gehen täglich rund 2.700 Mahlzeiten über die Transportbänder." Er versorgt mit seiner rund 100-köpfigen Mannschaft die 567 Betten im Augusta, das Augusta und die Altenheime in Linden - und seit Ende 2005 auch die 294 Betten des Evangelischen Krankenhauses in Hattingen. Dabei ist die Bandbreite des Angebotes so gewaltig, dass jedes Restaurant selbst bei nur 100 täglichen Essen kapitulieren müsste: Vegetarische, muslimische und eine Auswahl normaler Kost muss vorgehalten werden. "Dazu kommen noch", sagt Kentsch, "verschiedene Diätformen sowie diverse kalorienreduzierte Speisevarianten." Für Außenstehende der reinste Wirrwarr. Aber der sympathische Koch beherrscht sein Metier.
Dass so viele Mahlzeiten pünktlich fertig werden können, ist immer wieder eine Herauforderung, die nur mit Einsatz modernster Technik bewältigt werden kann. Und dazu gehört – als letzte Facette - nun die "Kentsch-Kurve". Speisenbänder sind üblicherweise gerade. "Eine solche Kurve hat keiner", sagt Günter Schröder nicht ohne Bewunderung. Der Mann muss es wissen, denn er ist Prokurist der renommierten Großküchentechnik-Firma Hupfer, die dieses Unikat hergestellt hat.
"Durch die Kurve", sagt Kentsch, "haben die Mitarbeiter mehr Platz am Band. Außerdem musste früher das Band öfter gestoppt werden, um Speisewagen hin und her zu fahren." All diese Behinderungen entfallen durch Uwe Kentschs Abschlussarbeit – und die Kosten des neuen Bandes amortisieren sich innerhalb nur eines einzigen Jahres.
Darauf ist der neue Verpflegungsbetriebswirt natürlich besonders stolz. " Es wird natürlich niemand entlassen, aber es müssen nun weniger Überstunden gemacht werden, die Hektik bei unseren Teilzeitkräften ist weg – und ich habe dadurch mehr Zeit für Hygiene in der Küche zur Verfügung."
Die Speise-Kurve im Augusta wird auf lange Sicht sicher nicht die einzige im Lande bleiben. Die Fachpresse hat sich bereits intensiv in der Bochumer Krankenhaus-Küche umgesehen und wird über die Neuerung berichten.