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Vordergrund Edmund Möller, hinten von rechts Peter Specht, Klaus- Theodor Jäger, Joachim Prölß, Hartwig Burgdörfer.

"Fröhliche Welle aus Bochum" startete vor 25 Jahren

Zum Start erklang Musik von Antonio Vivaldi, geblasen von einem französischen Star-Trompeter. Damit ging der Augusta-Krankenhausfunk, „die fröhliche Welle aus Bochum“, im April 1982 erstmals auf Sendung.
Was Anfang 1980 mit der Aufzeichnung von Gottesdiensten in Bochumer Kirchen und der späteren Ausstrahlung im Krankenhaus begann, hatte sich schon zwei Jahre später zu einem „echten“ Sender entwickelt. Denn Wolfgang Striewe, der sich als Patient im Augusta schrecklich gelangweilt und die Idee für einen eigenen Radiosender anstieß, stand mit an der Wiege des Augusta-Funks: Er arbeitete damals als Fernsehtechniker bei der Post und brachte jede Menge Know How mit. Und viel Engagement, das er mit  den Gründern Hans-Jürgen Rößler, Rosemarie Dau, Klaus Julcher, Klaus Werner und Hartwig Burgdörfer teilte, die damals mit dem Segen der Oberschwester Ingeborg Pungs an den Start gingen.

Burgdörfer, der evangelische Krankenhaus-Seelsorger und Initiator, ist heute noch am Ball in dem Team von rund 25 ehrenamtlichen Mitarbeitern, die sich teilweise auch schon seit zwei Jahrzehnten um eigene Fernseh-Produktionen kümmern.

Regelmäßige TV-Sendungen sind vor allem die morgendlichen Andachten (9.15 Uhr) in der 100 Jahre alten Kapelle des Augusta, wobei es interessant ist, dass den Funk vorwiegend junge Mitarbeiter betreuen, beim TV aber die „Senioren“ werkeln. Edmund Möller ist mit 75 Jahren der älteste im „Funkhaus Augusta“. Die Jungen machen z.B. auch eine Sendung für Junge: „Livestyle“ läuft Dienstags von 16 bis 20 Uhr.

„Unsere Patienten“, so Burgdörfer, „sind im Schnitt knapp über 60 Jahre alt.“ Dies sei der Grund, weshalb man hinter die Videotext-Tafeln zur Geschichte des Augusta-Funks die Musik von WDR 4 legt. Gefühlte zehn bis 15 Prozent der Patienten schauen und hören die hauseigenen Produktionen wie z.B. Musik und Gespräche in der „Funkbude“ (Sa., 2 Std.) oder das Wunschkonzert (sonntags, 10 bis 12 Uhr), in dem auch Wünsche und Grüße von „draußen“ an die Patienten im Augusta geschickt werden können (517- )

Bei einer Auswahl von rund 50.000 Titeln auf Vinyl, Cassette, CD oder als MP3 ist das Auffinden für die DJs nicht immer einfach – aber bisher, so Mitarbeiter Peter Sprecht, “haben wir noch fast jeden Wunsch erfüllen können.“ Viele der Tonträger sind Spenden, die sich über die Jahre angesammelt haben im Augusta-Studio in der Kapelle.

Berichtet wird auch über aktuelle Ereignisse wie das Kapellenjubiläum, Ausstellungen und andere Aktionen des Hauses. Es gab sogar einmal eine Sendereihe über die verschiedensten Formen und Sorten von Tee.

In einem Vierteljahrhundert bekommt man natürlich viel Besuch beim Funk: Die Sängerinnen Ireen Sheer, Andrea Jürgens und Isabel Varell ließen sich für ein Interview ebenso im Augusta blicken wie Gerd Dudenhöffer und Roncalli-Boss Bernhard Paul. Auch die Bochumer Mimen Joachim Hermann Luger, Tana Schanzara und Petra Afonin kamen (auch mehrfach) vorbei, eine ganze Reihe von VfL-Spielern und Rolf Schafstall, damals Trainer der Blau-Weißen.

Die Weltkugel als Hintergrund des Krankenhausfunk-Zeichens ist geblieben, denn man ist ein weltoffener Sender. Und offen für neue, engagierte Mitstreiter. „Wir brauchen jederzeit technikbegeisterte Menschen“, so Hartwig Burgdörfer, „die uns bei unserer Arbeit für die Kranken unterstützen.“

Kontakt über die Zentrale der Augusta-Kranken-Anstalt 0234-517-0 möglich (Rückruf garantiert) oder per eMail burgdoerfer@augusta-bochum.de