40 Jahre neues Bettenhaus am EvK Hattingen

Vier Jahre wurde daran gebaut, 23,2 Millionen Mark hat er damals gekostet, der Neubau des Evangelischen Krankenhauses Hattingen, der in diesem Jahr vier Jahrzehnte alt wird. Am 21. Juli 1967 konnte mit vielen Ehrengästen die Einweihung des „neuen“ EvK vollzogen werden. Pfarrer Hans Frederking war  damals Vorsitzender des Presbyteriums und damit Hausherr.

Der  neue 350 Betten-Komplex vereinigte drei miteinander verbundene Baukörper: Das Bettenhaus mit 14 Etagen, den Behandlungstrakt mit zunächst sechs Etagen, sowie den dreigeschossigen Verwaltungsflügel.

Das alte, 1912 um zwei Flügel erweiterte Krankenhaus war auf maximal 180 Betten ausgerichtet gewesen. Dass dort schließlich 250 Betten aufgestellt werden mussten, die dennoch nie ausreichend waren, erschwerte den internen Betrieb und belastete Pflege- und Hauspersonal.

Die Chronik das EvK beschreibt, dass damals Patienten abgewiesen werden mussten, „Schwestern und Hauspersonal dürftig, oft sogar unwürdig, in Dachkammern untergebracht waren“. So kam es zur Planung einer Umgestaltung im Auftrag des Presbyteriums unter Leitung von Pfarrer Reimers, dem Vorsitzenden des Krankenhausausschusses, und dem Ärztlichen Direktor Dr. Giesen.

1960 war allen Verantwortlichen klar, dass mit durchgreifenden Änderungen nun nicht länger gewartet werden dürfe. Da die Mittel der Kirchengemeinde begrenzt waren, hielten sich die Pläne in bescheidenem Rahmen: Es war an eine Renovierung des Altbaus, vielleicht an den Anbau eines neuen Flügels gedacht.

Aber dann trat ein Umstand ein, der die Gemeinde förmlich zwang, einen ganz neuen, sehr großzügigen Plan zu entwickeln, eben den eines völligen Neubaus. Es wurden neue Richtlinien des Arbeits- und Sozialministeriums bekannt, nach denen für Krankenhäuser ein Landesdarlehen in Höhe von 70 % der Kosten zur Verfügung gestellt wurde, aber ausdrücklich nur für Neubauten, auf keinen Fall für Renovierung oder Anbauten.

Unter diesen Umständen beschloss das Presbyterium dann den Neubau des Krankenhauses mit 350 Betten. Zu den klassischen Abteilungen Chirurgie und Innere Medizin kamen Neurologie und Kieferchirurgie hinzu - sowie eine ausreichende Zahl an Betten für die Gynäkologie und Geburtshilfe. Mit dem Bau hatte das Presbyterium auf Vorschlag des Krankenhaus-Ausschusses den Hattinger Architekten Wolfgang Rauh beauftragt.

Diesen so weit reichenden Beschluss wagte das Presbyterium trotz enorm vieler Bedenken. Aber die Gemeinde fühlte für diesen Plan die Stadt an ihrer Seite. Es war besonders der damalige Stadtdirektor Werner Elsemann, der immer wieder Mut machte, der Verständnis für die große Aufgabe bewies und unermüdlich dafür warb. Schon vorher waren im 1. Bauabschnitt die beiden Wohnheime mit dem dazugehörigen Kasino erstellt worden.