Himmlischer Beistand bei Bombenfund

Mächtigen himmlischen Beistand geben offenbar die beiden Schutzengel der Augusta-Kranken-Anstalt auf der Baustelle des neuen Gesundheitszentrums an der Bergstraße: Ein Bombenfund am Mittwochmittag verlief  glücklicherweise problem- und folgenlos: Nach gut zweieinhalb Stunden Stillstand konnte ab 13.30 Uhr weiter gearbeitet werden.
 „Während man dabei war, den einen der Engel anzuheben“, so Augusta-Architekt Stephan Herget, „wurde an einer anderen Stelle des riesigen Bau-Areals, direkt hinter dem Wartehäuschen der BoGeStra, eine Phosphor-Bombe gefunden.“
Es handelte sich um eine englische 15-Kiligramm-Brandbombe – üblicherweise bestückt mit einer Benzol-Phosphormischung. In manchen dieser Bomben, so Horst Firzlaff vom Kampfmittelräumdienst aus Hagen, sei zuweilen auch noch Kautschuk beigemischt gewesen. Firzlaff und seine Spezialisten steckten das gefährliche Objekt in eine Aluminiumtüte, welche die Eigenschaft hat, besonders dicht zu sein und nahmen sie kurzerhand mit.
Stephan Herget („Ich hatte nicht einmal Zeit für ein Foto.“) war überrascht, wie schnell, professionell und dabei völlig unspektakulär die ganze Aktion verlief.

Ergänzend:
Den Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe, der seit April 2004 nicht nur für den Regierungsbezirk Arnsberg, sondern auch für die Regierungsbezirke Münster und Detmold zuständig ist gibt es seit 1949. Die Mitarbeiter werden auch in Zukunft nicht arbeitslos, denn durch computergestützte Auswertung von ca. 150.000 Luftbildern der alliierten Streitkräfte, von Militärarchiven nach und nach freigegeben, werden auch über 60 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges in Nordrhein-Westfalen noch in großem Umfang Bomben, Blindgänger und andere gefährliche Munitionskörper gefunden.
Für Bauherren, Architekten und Bauunternehmen gilt es, möglichst schon vor dem Baubeginn eine „Kampfmittelanfrage" beim Ordnungsamt zustellen. Eventuell erforderliche Maßnahmen werden dann von dem jeweiligen Ordnungsamt eingeleitet.