Beim Pressegespräch für den Blutspende-Auftakt die Chefärzte Dr. Gerhard Schlosser und Priv.-Doz. Dr. Helfried Waleczek, Annegret Hintz, Friedrich-Ernst Düppe, Eckhardt Tetzlaff, Sabine Gräfe und der Vertreter der WAZ Hattingen.

Blutspende-Aktion im EvK

Die Alarmglocken schrillen beim DRK-Blutspendedienst West, der täglich mindestens 4.000 SpenderInnen benötigt, um ausreichende Reserven für die Belieferung der Krankenhäuser bilden zu können. Fußball-WM und Sommerferien haben die Blut-Reserven auf ein Minimum reduziert, das nicht einmal für drei Werktage ausreicht: Statt optimaler 3.500 Erythrozyten-Konzentrate (rote Blutkörperchen) sind aktuell im Kühlhaus des DRK Blutspendedienstes in Hagen täglich gerade noch 1.800 vorhanden.

Das Evangelische Krankenhaus Hattingen (EvK) möchte in diesen schlechten Zeiten mit einer neuen Blutspendeaktion ein Zeichen setzen: Am Donnerstag, 21. September, in der Zeit von 13.30 bis 17.30 Uhr, ist das gesamte Klinikpersonal zur Spende aufgerufen. Aber auch Angehörige von Patienten und andere Hattinger Bürger werden an diesem Tag um ihre Blutspende gebeten.
Die Idee kam von Annegret Hintz, der Pflegedirektorin aller Häuser der Evangelischen Stiftung Augusta.- und der Termin kam relativ schnell zustande, obwohl die 35 Blutspende-Teams des Roten Kreuzes auflange Sicht verplant sind.
"Blut ist unverzichtbar in der Medizin", erläutert Annegret Hintz. "Und weil man es nicht künstlich herstellen kann, ist die Blutspende so wichtig. Allein 2005 hat das EvK vom DRK 1.776 Erythrozyten-Konzentrate und 34 Thrombozyten-Konzentrate bekommen." Die gesamte Stiftung – mit der Bochumer Augusta-Kranken-Anstalt – hatte 2005 einen Bedarf von rund 6.000 Konzentraten.
"Bei diesen Zahlen wird einem erst einmal klar", so Priv.-Doz. Dr. Helfried Waleczek, Chef der Chirurgie am EvK, "wie wichtig es ist, Blut spenden zu gehen." Das Deutsche Rote Kreuz braucht dringend neue Spender von 18 bis 60 Jahren. Waleczek wird sich deshalb ebenso "anzapfen" lassen wie sein Kollege Dr. Gerhard Schlosser, der als Chefarzt der Anästhesiologie und Intensivmedizin auch verantwortlich ist für die Transfusionsmedizin am EvK.

Die spendewilligen Hattinger übrigens - das sind ca. 4,7 Prozent der Bevölkerung - könnten theoretisch das Evangelische Krankenhaus komplett versorgen: 2005 haben 2.544 ihren halben Liter "Lebenssaft" gespendet. Aber es geht dem DRK nicht um einzelne Stadtgebiete, sondern um den Regierungsbezirk Arnsberg insgesamt. "Wir sind zuständig für die Blutversorgung in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland", erklärt Friedrich-Ernst Düppe, Pressesprecher des DRK Blutspendedienstes West.

Für A und 0 besteht der größte Bedarf, denn 84 % der Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland haben eine dieser beiden Blutgruppen. Wo also rein statistisch genügend SpenderInnen zur Verfügung stünden, ist aber regelmäßig nicht genug da. Gruppe 0 mit dem Rhesuskfaktor negativ kann überall eingesetzt werden, ist aber selbst nur schwer zu ersetzen, weshalb gerade diese Blutgruppe immer sehr gefragt ist.

Der neue Termin im EvK ist allein wegen der Nähe zum Patienten ideal und soll auf lange Sicht etabliert werden. Neuspender sollten übrigens unbedingt einen Personalausweis mitbringen, denn, so Düppe, "das DRK ist aufgefordert, die Identität der Spender festzustellen."