In diesem Jahr bisher ca. 190 Geburten in Hattingen
Menschliche Nähe statt Massenkompetenz im EvK

"Menschliche Nähe statt Massenkompetenz", so beschreibt Mario Kleist, der Kaufmännische Leiter des Evangelischen Krankenhauses (EvK), die Vorteile seines Hauses im Bereich Geburtshilfe. Er verweist dabei auf 224 junge Mütter aus Hattingen und Umgebung, die sich im Jahr 2005 für das beliebte Hattinger Haus entschieden haben.

"Die Neugestaltung des Entbindungsbereiches in diesem Jahr", so bilanziert Kleist, "hat uns weitere Vorteile gegenüber den großen Kliniken der Umgebung verschafft." Der Verwaltungsmann erläutert, dass sich die Wege im Hause enorm verkürzt haben, weil der Entbindungsbereich in die Station integriert wurde. In der Zukunft kommt diese enge Verzahnung aller für die Geburtshilfe wichtigen Bereiche natürlich sowohl den werdenden Müttern wie auch dem frisch geborenen Nachwuchs zugute. Dabei gilt die Entbindungs-Abteilung des EvK ohnehin schon lange als äußerst familiär. Und das liegt nicht nur an der Größe, sondern vor allem an der umsorgenden Betreuung durch das Hebammenteam um Annegret Gröne und die Kinderkrankenschwestern um Schwester Karin.
Das Motto eines "benachbarten" Hauses lautet "Geburtshilfe - sanft und sicher". Das wollen die Geburtshelfer Dr. Thomas Schöder, Dr. Ellmar Weißenfels, Dr. Nikola Höner und Dr. Sabine Oppel sowie ihre Mitarbeiter so nicht stehen lassen. "Wir bieten hier am EvK eine medizinisch sichere, intensiv betreute und schmerzfreie Geburt", sagten die Ärzte. Aber wirklich sanft sei es nur selten, wenn ein neuer Erdenbürger auf die Welt dränge.
Schon während der Zeit der Schwangerschaft bieten die Hebammen der EvK-Geburtshilfe den werdenden Müttern ein Informations- und Weiterbildungsprogramm rund um die Geburt. Da geht es um das richtige Wickeln, Stillen –und später auch um Rückbildungsgymnastik.
Führungen durch den neu gestalteten Entbindungsbereich des EvK sind nach Absprache möglich. Auch die werdenden Väter werden im übrigen rührend umsorgt, und (je nach Belegung der Station) kann auch ein Elternzimmer zur Verfügung gestellt werden.
Thomas Wolf, Standesbeamter in Hattingen, hat übrigens für 2006 bis Ende Oktober 182 Hattinger Geburten registriert und sieht diese Zahl u.a. als Ausdruck des demografischen Wandels: "Die geburtenschwachen Jahrgänge werden jetzt Eltern."

Nachdem in Hattingen bereits gemunkelt worden war, das EvK werde die Geburtshilfe aufgeben, ist die Renovierung des geburtshilflichen Bereiches und die Fortführung der Abteilung nun eine äußerst gute Nachricht für alle Frauen, die in ihrer Heimatstadt entbinden wollen. "Auch meine jetzt zweijährige Tochter", so Mario Kleist lachend, "ist natürlich ein echtes Hattinger EvK-Kind." (esa)