EvK-Chefärzte und Mitarbeiter gegen die Blutknappheit

Mit gutem Beispiel vorangegangen waren die Chefärzte Privatdozent Dr. Helfried Waleczek und Dr. Gerhard Schlosser durch den ersten Blutspendetermin im Evangelischen Krankenhaus Hattingen: Die aktuelle Blutknappheit wollte man am EvK schon längst bekämpfen. Jetzt ist sie schlimmer geworden durch VerDi-Streiks.

Anästhesiologe Schlosser, der sich als Verantwortlicher für Transfusionsmedizin im EvK um Blutkonserven kümmert, und sein Kollege aus der Chirurgie freuten sich darüber, dass das Deutsche Rote Kreuz einen Erfolg vermelden konnte: 70 Spender waren gekommen – und 40 davon waren sogar die begehrten Erstspender. Annegret Hintz, Pflegedirektorin der Evangelischen Stiftung Augusta, hatte sich einen guten Zuspruch gewünscht und eine Wiederholung der Aktion in Aussicht gestellt. Nach dem Erfolg besteht nun kein Zweifel mehr, dass es wieder eine Blutspende-Aktion im EvK geben wird. (

Weitere Fakten:
Der DRK-Blutspendedienst West, benötigt täglich mindestens 4.000 SpenderInnen, um ausreichende Reserven für die Belieferung der Krankenhäuser bilden zu können. Nach Fußball-WM und Sommerferien waren die Blut-Reserven auf ein Minimum reduziert, das nicht einmal für drei Werktage ausreicht: Statt optimaler 3.500 Erythrozyten-Konzentrate (rote Blutkörperchen) waren im Kühlhaus des DRK Blutspendedienstes in Hagen täglich gerade noch 1.800 vorhanden.

Das Evangelische Krankenhaus Hattingen (EvK) hatte in diesen schlechten Zeiten mit einer neuen Blutspendeaktion ein Zeichen gesetzt und das gesamte Klinikpersonal, Angehörige von Patienten und andere Hattinger Bürger zur Spende aufgerufen. Die Idee kam von Annegret Hintz, der Pflegedirektorin aller Häuser der Evangelischen Stiftung Augusta.- und der Termin kam relativ schnell zustande, obwohl die 35 Blutspende-Teams des Roten Kreuzes auf lange Sicht verplant sind.
"Blut ist unverzichtbar in der Medizin", erläutert Annegret Hintz. "Und weil man es nicht künstlich herstellen kann, ist die Blutspende so wichtig. Allein 2005 hat das EvK vom DRK 1.776 Erythrozyten-Konzentrate und 34 Thrombozyten-Konzentrate bekommen." Die gesamte Stiftung – mit der Bochumer Augusta-Kranken-Anstalt – hatte 2005 einen Bedarf von rund 6.000 Konzentraten.
"Bei diesen Zahlen wird einem erst einmal klar", so Priv.-Doz. Dr. Helfried Waleczek, Chef der Chirurgie am EvK, "wie wichtig es ist, Blut spenden zu gehen."
Die spendewilligen Hattinger übrigens - das sind ca. 4,7 Prozent der Bevölkerung - könnten theoretisch das Evangelische Krankenhaus komplett versorgen: 2005 haben 2.544 Bürger der Stadt ihren halben Liter "Lebenssaft" gespendet. Aber es geht dem DRK nicht um einzelne Stadtgebiete, sondern um den Regierungsbezirk Arnsberg insgesamt. "Wir sind sogar zuständig für die Blutversorgung in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland", erklärt Friedrich-Ernst Düppe, Pressesprecher des DRK Blutspendedienstes West.

Für A und 0 besteht der größte Bedarf, denn 84 % der Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland haben eine dieser beiden Blutgruppen. Wo also rein statistisch genügend SpenderInnen zur Verfügung stünden, ist aber regelmäßig nicht genug da. Gruppe 0 mit dem Rhesuskfaktor negativ kann überall eingesetzt werden, ist aber selbst nur schwer zu ersetzen, weshalb gerade diese Blutgruppe immer sehr gefragt ist.
(esa)