Viele Hände haben sich geregt, vieles wurde getan in und an der ehrwürdigen Backstein-Kapelle der Augusta-Kranken-Anstalt, damit das Gotteshaus zum 100. Geburtstag festlich herausgeputzt ist. Rechtzeitig wurde eines der Highlights fertig: Die neue, außergewöhnliche Kerzenwand, die der Überlinger Künstler Jochen Schimpfle-Andresen geschaffen hat.
Eine Ausstellung zur wechselvollen Geschichte des Gotteshauses wurde im Eingansbereich gerade eröffnet. Claus Pasdika von der ehrenamtlichen Krankenhaushilfe hat mit viel Liebe aufgearbeitet, was Pfarrer i.R. Dr. Georg Braumann aus seinem riesigen Kirchen-Archiv beitrug: Nach dem Krieg war die Augusta-Kapelle das einzig intakte protestantische Gotteshaus: Hier wurde getauft, konfirmiert und geheiratet. Ehemalige Konfirmanden haben sich gemeldet – und am 4. Mai wird in der Kapelle eine diamantene Hochzeit gefeiert: Lieselotte und Kurt Dabow haben vor exakt 60 Jahren hier geheiratet. Die Krankenhausseelsorger Heinrich Henkst (kath.) und Hartwig Burgdörfer (ev.) freuen sich schon auf diese Jubelhochzeit.
Ökumenische Gottesdienste in der Form eines Salbungsgottesdienstes mit persönlichem Segen, Ausstellungen und eine Fenster-Malaktion mit der Hildegardis-Schule stehen – neben vielen anderen Highlights – auch noch auf dem Jahresprogramm. Die Info-Veranstaltung zum Nahtod am vergangenen Dienstag war mit gut 170 Besuchern glänzend besucht.

Übrigens: 1866 – als die Cholera nach Bochum kam – wurden die Behandlungsmöglichkeiten für Frauen minimiert. In der Ausstellung in der Augusta-Empfangshalle ist zu lesen, dass die Zimmer für Frauen geschlossen wurden, um die Behandlung von mehr Männern zu ermöglichen….


In der Ausstellung in der Augusta-Empfangshalle sind der Abendmahlkelch von 1874 und reste des Straußes von weißem Flieder zu sehen, den Kurt Dabow seiner Lieselotte vor exakt 60 Jahren in der Kapelle überreichte.