Auf Kurs in die Zukunft befinden sich das Evangelische Krankenhaus Hattingen (EvK) und die Realschule Grünstraße: EvK-Geschäftsführer Ulrich Froese und Schulleiterin Christel Sauthoff unterschrieben am 29.Mai in feierlichem Rahmen mit Projektmanagerin Özgür Sezer einen Kooperations-Vertrag für eine Lernpartnerschaft.
Die Realschüler sollen dadurch schon früh Kontakt zur Arbeitswelt bekommen und dort wichtige Erfahrungen sammeln. Bürgermeisterin Dr. Dagmar Goch schickte das auch von der Hattinger Wirtschaftsförderung unterstützte Projekt mit motivierenden und freundlichen Worten auf den Weg und der Musikkurs des Jahrgangs 10 gab der kleinen Feier einen sehr netten Rahmen – unter anderem mit der dreistimmigen Interpretation von Eric Claptons Hit "Tears in heaven".
Die Zusammenarbeit soll natürlich nicht nur auf dem Papier bestehen: Bereits für das erste Kooperationsjahr sind eine Fülle von Aktivitäten geplant, wobei der Unterricht in Chemie und Biologie direkt im EvK stattfinden kann. Dabei sollen z.B. Wasserqualitäten analysiert werden – und den Themen "Hygiene" bzw. "Keime" kann man sich hier besonders praxisorientiert nähern. Auch in der Informatik gibt es bereits konkrete Absprachen. Interessant wird auch sein, wie das Thema Brandschutz praktisch umgesetzt wird oder das mehrstufige Bewerbungstraining, das für den Deutschunterricht geplant ist.
Die Schüler werden in Echt-Situationen lernen, erläuterte Christel Sauthoff und zitierte den französischen Denker André Malreaux. "Am besten ist die Erziehung", hatte er gesagt, "die man gar nicht merkt."
Es sei kein Mehraufwand für die Menschen im EvK, erläuterte Ulrich Froese, sich um die Jugendlichen zu kümmern. "Es ist vielmehr auch eine Wertschätzung für die Menschen und ihre Arbeit, wenn sich Lehrer und Schüler für ihre Arbeit interessieren." Und die Menschen seien schließlich das Wertvollste – nicht nur im Gesundheitssystem.
Es gibt im Evangelischen Krankenhaus eine ganze Reihe von Berufsbildern – also auch sehr viel zu schnuppern. Die Schülerinnen und Schüler, da ist sich Christel Sauthoff sicher, werden in Tagespraktika oder bei Betriebserkundungen sehr viel lernen und eine Menge Erfahrungen sammeln können. In der Kardiologie haben sie bereits viel über Herz und Kreislauf gelernt.
Im gesamten Ruhrgebiet sollen vergleichbare Partnerschaften aufgebaut werden und damit das Fundament bilden für eine nachhaltige und systematische Vernetzung von Schule und Wirtschaft. Zehn Partnerschaften gebe es im Ruhrgebiet bereits, acht weitere seien in der Anbahnungsphase. "Wir sind daran interessiert", so Sauthoff, "uns zu öffnen." Aber die eigentliche Arbeit, so Moderator Carsten Schülke, "beginnt erst jetzt."
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