Zirkus Diabolo erfreut Senioren

Der Zirkus "Diabolo" gastierte im Altenheim am Kesterkamp in Linden. Es war die Klasse 6d der Matthias-Claudius-Schule, die den alten Menschen dort Freude und Unterhaltung bringen wollte.
Es wurde für die Kinder ein Jahresabschluss der ganz besonderen Art, denn bei den ersten Nummern des Programms waren die kleinen Akteure noch etwas traurig gewesen: "Die reagieren gar nicht richtig und klatschen auch nur so wenig."
Da rieten Wolfgang Wörpel und Nina Brockschmidt, das Team der Klassenleitung, ihren Schülern, die alten Menschen direkt anzulächeln und zwischen den Auftritten durch immer mehr Luftballons und immer mehr Kinder mit den alten Menschen eine Interaktion aufzubauen, was auch wunderbar klappte: Die Senioren spielten mit den Kindern – und hinterher kamen auch noch Gespräche zustande.

Der soziale Einsatz der Matthias-Claudius-Schüler kam nicht von ungefähr – und er hat eine Vorgeschichte. Nach dem Tsunami vor anderthalb Jahren hatten die Kinder spontan beschlossen: "Wir müssen was tun."
"Wir machen Zirkus", hieß es damals – und nach einer Klassenfahrt im Mai kristallisierten sich viele kleine Fähigkeiten heraus, die verfeinert wurden und schließlich, im Juni 2005, zu einer umjubelten Premiere mit Musik, Jonglage, Einrad und Akrobatik führten. Schüler, Eltern, Lehrer – sie alle waren begeistert., und der Gedanke war gleich da: Irgendwann machen wir das noch einmal.
Im Frühjahr behandelte man in der 6d das Thema Diakonie. Zum bundesweiten "sozialen Tag" – wollten die Schülerinnen und Schüler eine Klassenaktion mit dem Gedanken Diakonie verbinden. Schnell stand fest, dass man den Zirkus "Diabolo" für die gute Sache reaktivieren wollte.
Die letzten Wochen standen im Zeichen harter Arbeit: Das ehedem 90minütige Programm wurde gewaltig zusammengestrichen auf eine Mini-Version, in den Mittagspausen wurde geprobt und gearbeitet. Dabei haben die Kinder, so Wörpel, "sehr vieles ganz selbständig erledigt, weil sie Feuer und Flamme waren. Es war kein großer Aufwand für die Schule."
Auf Vorschlag von Annegret Hintz - Pflegedirektorin aller Häuser der Evangelischen Stiftung Augusta – hatte das vielköpfige Klassenorchester der 6d auch zwei Volkslieder eingeübt. Die Kinder hatten diese Lieder bei ihren eigenen Omas und Opas recherchiert. Bei "Im Frühtau zu Berge" und "Wenn alle Brünnlein fließen" sangen dann auch die Senioren fleißig mit.

Das sei eine Begegnung von Alt und Jung gewesen, die heute kaum mehr stattfinde, sagte Wöpel, und deshalb können Kinder zunächst auch schlecht damit umgehen: Den Alten gehe man sonst eher aus dem Weg.
"Insofern war das eine ganz eindrückliche Erfahrung von hohem Wert für die Kinder", bilanziert das Klassenlehrer-Team. "Wir alle sind mit einem sehr guten Gefühl aus dem Schuljahr herausgegangen." "Das war das Beste", so auch die Meinung der Schüler, "was wir in diesem Schuljahr gemacht haben."