DIEP-Lappen als Mittel der Wahl
beim plastischen Aufbau der Brust

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Rund 45.000 Frauen werden jährlich mit dieser Diagnose regelrecht geschockt. In knapp einem Drittel der Fälle muss die Brust entfernt werden, schätzt Dr. Karl Schuhmann, Leiter der Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie am Evangelischen Krankenhaus. "Diesen Frauen", sagt er, "kann man mit neuen Verfahren zur Brust-Rekonstruktion sehr viel Lebensqualität zurück geben."
Die neue Methode hat natürlich einen englischen Namen, obwohl er deutsch klingt: Das DIEP-Lappen-Verfahren. DIEP heißt "Deep Inferior Epigastric Perforator” und steht für den Entnahmeort am Körper – nämlich am Unterbauch, wo Haut mit dem darunter liegenden Fettgewebe entnommen wird. Dieser sogenannte "Haut-Fettgewebe-Lappen" wird nach der Entnahme mitsamt allen Blutgefäßen frei transplantiert – und die Blutgefäße werden mikrochirurgisch vernäht.
Gegenüber dem herkömmlichen Brustrekonstruktionsverfahren mit Eigenfett ohne Abtrennung der Blutversorgung haben die neuen Verfahren im Wesentlichen drei Vorteile: Sie ermöglichen freie Gestaltungsmöglichkeiten bei der Neuformung, haben nachweislich eine niedrigere Komplikationsrate und bergen nicht das Risiko von Bauchwanddefekten.
Unbedingte Voraussetzung für den Erfolg der Verfahren ist ein intensives Training in der plastischen und mikrochirurgischen OP-Arbeit. Das EvK, so Dr. Schuhmann, "ist eine der wenigen Kliniken bundesweit, wo das neue DIEP-Verfahren zum Einsatz kommt." Schuhmanns Mitarbeiterin Dr. Eugenia Remmel hat bereits an den Kliniken in Basel und Ulm Erfahrungen mit Eigenfettgewebe gesammelt. Dr. Schuhmann selbst operierte schon 1999 erstmals nach dieser Methode.
Im Klinik-Verbund der Evangelischen Stiftung bieten die Plastischen Chirurgen Schuhmann und Remmel übrigens zusätzlich eine Brust-Beratungssprechstunde an.