Evangelisches Krankenhaus setzt auf Mobilfunk -
Stiftung: Genesungsprozess wird verbessert


Bochum/Hattingen (epd). Das in Krankenhäusern übliche Handy-Verbot ist in den Häusern der Evangelischen Stiftung Augusta im Ruhrgebiet passé. In den drei Einrichtungen in Bochum und Hattingen ersetzen Ärzte und Pflegekräfte ihre "Pieper" durch Handys, und auch Patienten können ihren Mobilfunkgeräte beliebig nutzen, erklärte die Stiftung am Dienstag in Bochum. Ausgenommen seien lediglich die Intensivstationen und sensible Bereiche wie die Kreißsäle.

In einer bundesweit bisher einmaligen Zusammenarbeit mit dem Mobilfunkanbieter Vodafone können die Patienten der Augusta-Häuser außerdem mit eigenen Laptops über eine "Easy-Box" im Internet surfen und E-Mails verschicken, hieß es weiter. Auf der Basis des UMTS-Netzes seien auch Verbindungen in firmeneigene Intranetze möglich.

Von der neuen Internet-Mobilfunktechnik erhofft sich die Stiftung eine Verbesserung des Genesungsprozesses. "Viele Menschen geraten in Bedrängnis, wenn sie nicht erreichbar sind und wichtige Aufgaben nicht wie gewohnt erledigen können", sagte Ulrich Froese, Geschäftsführer der Augusta-Stiftung. Die mobile Erreichbarkeit solle den Krankenhausaufenthalt nicht länger zu einer kommunikativen Einbahnstraße machen und die Patientenzufriedenheit erhöhen. Ärzte seien schneller erreichbar und könnten in Notsituationen effektiver handeln.

Die Handy-Verbote in Krankenhäusern haben nach Auffassung der Mobilfunkfirma Vodafone in der Regel keine technischen Gründe. Sie dienten hauptsächlich der Finanzierung der krankenhauseigenen Telefonanlagen, sagte eine Firmensprecherin in Dortmund dem epd. Die Störsicherheit in der Medizintechnik mache den Einsatz von Mobilfunk inzwischen problemlos möglich. (b6103/20.6.2006)

epd-WEST/Medien/Gesundheit