"DIEP-Lappen" - nur an wenigen Krankenhäusern

E09.06.2006 / LOKALAUSGABE / HATTINGEN

Vom Bauch zur Brust

Plastische Chirurgen am EvK können Brustkrebs-Patientinnen nach einer Amputation einen neuen Busenaus Fettgewebe machen. Diese Methode wird in Deutschland nur an wenigen Kliniken angewandt Etwa 60 000 Frauen werden jährlich mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Gut 30 Prozent der Patientinnen müssen sich eine Brust amputieren lassen, schätzt Dr. Karl Schuhmann, Leiter der Plastischen Chirurgie am Evangelischen Krankenhaus. Eben diesen Frauen wollen die plastischen Chirurgen helfen, ein Stück Normalität wieder zu erlangen. Heute stehen den Medizinern verschiedene Methoden zum Wiederaufbau von Brüsten zur Verfügung. Dazu gehört eine Methode mit dem klingenden Namen DIEP-Lappen-Verfahren. DIEP steht für Deep Inferior Epigastric Perforator. Bei dieser Methode wird ein Stück Haut mit Fettgewebe aus dem Unterbauch der Patientin entnommen und mitsamt der daran hängenden Blutgefäße verpflanzt. Daraus können die plastischen Chirurgen eine neue Brust formen. Der Vorteil am eigenen Gewebe ist, dass es den Ärzten eine relative Freiheit in der Formgebung lässt. Anders als bei anderen Methoden, bei denen ein Bauch- oder ein Rückenmuskel zur Formung einer neuen Brust entnommen wird, kommt es bei dieser Methode nicht zur Schwächung der Muskulatur. Dafür ist die Operation recht aufwendig. Unter dem Mikroskop werden Blutgefäße verbunden, die nur zwei Millimeter dick sind. "Wir sind Handwerker mit ästhetischem Geschick", lacht Dr. Eugenia Remmel. Sie hat bereits in Basel und Ulm mit Eigenfettgewebe gearbeitet. Dr. Schuhmann hat 1994 seine erste Operation dieser Art gemacht. "Das ist zur Zeit die Methode der Wahl", betont er.Nur wenige Kliniken in Deutschland können nach diesem Verfahren operieren, darunter das EvK. ne