Für die gute Sache nehmen Ärzte, Schwestern und Pfleger aus Bochum, Witten und Hattingen wieder einmal eine lange Flugreise auf sich: Am Freitag startet ein elfköpfiges Interplast-Team nach Indien. Im Missions-Hospital von Jalna wollen die Helfer bei ihrem uneigennützigen Einsatz an zehn OP-Tagen, wie schon 2005, rund 160 Operationen – vorwiegend an Kindern - durchführen.
Von Düsseldorf aus geht es am Freitag über Zürich nach Mumbai, dem ehemaligen Bombay. Von dort aus müssen die Männer und Frauen aus dem Ruhrgebiet noch eine Stunde bis nach Aurangabad fliegen. Eine weitere Autostunde entfernt liegt dann Jalna. 1.000 km östlich von Mumbay.
Leiter des Einsatzes ist der Wittener Dr. Gerhard K. Schlosser, Chefarzt der Anästhesiologie und Intensivmedizin am Evangelischen Krankenhaus in Hattingen. Es ist schon sein 17. Einsatz. Auch der Plastische- und Handchirurg Dr. Heinz-Herbert Hohmann (Bergmannsheil) aus Witten ist mit von der Partie. Seine Arbeit ist stark gefordert, denn es sind viele Missbildungen des Gesichts, z.B. Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, aber auch viele Verbrennungen zu operieren. "Viele Menschen in der Region Jalna", so Schlosser, "kochen noch auf offenem Feuer."
Anästhesist Dr. Detlef Cramer von der Bochumer Augusta-Kranken-Anstalt hat schon sechs Mal vorher seinen Urlaub für die gute Sache "gespendet". Die "Bochumer Fraktion" im Interplast-Team komplettieren Anästhesieschwester Rita Arns (EvK Hattingen) und OP-Pfleger Jörg Mrugalla (Bergmannsheil) mit dem Handchirurgen Dr. Ole Goertz. "Wir freuen uns riesig auf die Arbeit", sagt Cramer, "auch wenn sie durchaus mal 14 Stunden dauern kann."
Elf Container im Gesamtgewicht von rund 420 Kilo sind mit an Bord, wenn die Maschine abhebt: Verbrauchsmaterial, Medikamente, Monitore und OP-Bestecke.
In der 200.000 Einwohner-Stadt ist die Kunde von der Ankunft der deutschen Ärzte schon rundgegangen. "Die Menschen kommen zunächst zu Voruntersuchungen", sagt Dr. Cramer. "Erst dann wird festgelegt, wer wann und wie behandelt wird."