Mit Blaulicht auf die Welt gekommen

Die diensthabende Hebamme Renate Superniok war "von den Socken" – und auch die Ärztin staunte nicht schlecht: In der Nacht vom 9. auf den 10. Dezember wurde vor der Tür des Augusta die kleine Nibal Alawe geboren – mehr oder weniger assistiert von zwei Polizisten. Frédéric Dué und Martin Korte, die aussehen als wären sie Brüder, hatten mit Irma 34 das Auto mit der in höchsten Nöten sich befindlichen hochschwangeren Libanesin Iman Alawe mit Blaulicht durch Bochum eskortiert und die dann doch im Auto des Schwiegervaters Hassan Alawe erfolgte Geburt mit eher ungläubigem Staunen quittiert. Dr. Christine Kaminsky musste nur noch die Nabelschnur (oder in diesem Fall "Nibal-Schnur"???) durchtrennen und "die Placenta holen." Den "Rest" hatte während der Autofahrt die Schwiegermutter Samira El-Lahib (55) erledigt. Nibal war bei der Geburt 48 cm groß und 2760 Gramm schwer.

Die 24jährige Iman Alawe, im libanesischen Ort Sahle geboren, lebt seit ihrem 8.Lebensjahr in Deutschland und spricht exzellent Deutsch. Die Geburtsvorbereitungen waren im Augusta erfolgt, die Geburt für den 17. Dezember geplant. Aber das von der Boulevard-Presse so getaufte "Blaulicht-Baby" hatte es eben eiliger. Anders als ihr Bruder Hessni, der am 14.12.2005 im Augusta geboren worden war.
Die ungewöhnliche Blaulicht-Geburt löste einen regelrechten Medien-Boom aus: TV-Teams und Fotografen gaben sich im Augusta die Klinke in die Hand und berichteten mehrere Tage. Iman nahm es gelassen, stand geduldig Rede und Antwort – und ihre Mutter Amne Badaoui (49) küsste voller Dankbarkeit sogar die beiden Polizisten, als sie mit einem Polizei-Teddy am Wochenbett vorbeikamen. "Die beiden haben meine Tochter gerettet", sagte sie glücklich.
Ehemann Wissam (33) hatte mit dem kleinen Hessni zu Hause bleiben müssen, als sein Vater mit der werdenden Mutter startete und alle roten Ampeln ignorierte.