Neue Praxisanleiter - nicht nur für die Stiftung

Die Bedeutung des Wortes erschließt sich nicht beim ersten Hören – aber die acht Absolventen des gerade beendeten Kurses der Augusta-Akademie sind glücklich, dass sie jetzt die Berufsbezeichnung "Praxisanleiter" führen dürfen und damit befugt sind, Schüler in der Kranken- und Altenpflege auszubilden.

Nur examinierte Pflegekräfte, die bei einem Träger angestellt sind, dürfen diesen Ausbildungsgang an der Akademie des Bochum/Hattinger Trägers Evangelische Stiftung Augusta absolvieren - und übernehmen dann in ihren Häusern die Verantwortung für die praktische Ausbildung, für Jahreszeugnisse und Beurteilungen. "Faktisch ist es so", erläutert Diplom-Psychologe Uwe Machleit, "Chef" der Augusta-Akademie, "dass die neuen Praxisanleiter dazu beitragen sollen, die Qualität der praktischen Ausbildung weiter zu verbessern." Pflegeschüler seien oft in den Stationsalltag vollkommen integriert. "Die arbeiten drei Jahre mit – und dabei wird oft vergessen, dass sie noch Auszubildende sind." Die Ausbilder sollen, müssen und werden die Schüler noch mehr an die Hand nehmen.
Zum 1. September tritt auch der neue, vom Gesundheitsministerium reformierte Lehrplan in Kraft. Darin steht erstmals für alle Schulen und Krankenhäuser präzise und verbindlich, was die Pflegeschüler in welchem Ausbildungsjahr zu lernen haben. "Bisher", so Machleit, "haben die Schulen das – immer auf sehr hohem Niveau - eigenverantwortlich gelöst." Nun gibt es auch einen neuen NRW-Standard für die angehenden Ausbilder, die an der Augusta-Akademie 216 Stunden in Theorie und Praxis büffelten.
Mit einer praktischen Lehrprobe, mit einer Hausarbeit und einem Kolloquium wurde - mit strenger Benotung – die Ausbildung abgeschlossen. Die "frisch gebackenen" Absolventen der Akademie kommen vom St. Johannes-Stift in Wiemelhausen, vom Johanneswerk, dem zweigrößten Diakonie-Träger in Deutschland – und natürlich auch aus den Verbund-Krankenhäusern und Seniorenheimen der Evang. Stiftung Augusta. (esa)