Hattinger EvK ist jetzt
„Big Beautiful Building“

Beinahe Denkmalstatus bekam jetzt das Evangelische Krankenhaus Hattingen (EvK): Das 14stöckige Bettenhaus von 1967 wurde gerade in Anwesenheit von Bürgermeister Dirk Glaser als „Big Beautiful Building“ ausgezeichnet.

Es geht den Machern des gemeinsamen Projektes von StadtBauKultur NRW und der TU Dortmund (Fachgebiet Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung) im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 um eine Würdigung der Architektur in den Wirtschaftswunderjahren der 1950er bis 1970er Jahre, deren Geist geprägt war vom Aufbruch in eine bessere Zukunft.
„Die Architektur und der Städtebau dieser Boomjahre erzählen von politischem Wandel und sozialen Utopien, von Experimentierfreude und Innovationsgeist“, liest man auf der Internetseite. „Überall entstanden neue Schulen, Universitäten und Rathäuser, Kirchen, Kaufhäuser und Wohnsiedlungen“ – und eben auch Krankenhäuser. „So viel wie damals wurde zu keiner Zeit, weder davor noch danach gebaut.“ Allein in Westdeutschland entstanden in diesem Zeitraum rund 570.000 Wohnungen pro Jahr.

Dass bei den Auszeichnungen bisher noch keine Klinik berücksichtigt wurde, war Peter Damm, dem Chef von RDS Partner, einem der bedeutendsten Architekturbüros im Revier, ein Dorn im Auge. „Es geht ja nicht nur um Wohnen, Museen und Kultur“, sagt er, „sondern wir müssen auch Nutzbauten wie Krankenhäuser berücksichtigen.“ Mit seinem Projektantrag bei Geschäftsführer Tim Rieniets fand Damm offene Ohren. Schließlich gehe es darum, große und kleine, bekannte und unbekannte, auffällige und unscheinbare Gebäude im Kulturerbejahr wieder oder auch ganz neu zu entdecken.

Die EvK-Geschäftsführer Dipl.-Kfm. Ulrich Froese und Dipl.-Kfm. Thomas Drathen waren angetan, als Peter Damm ihnen offenbarte, dass diese besondere Auszeichnung auf sie zukomme. „Das ist eine schöne Anerkennung für uns“, kommentiert Drathen, „aber auch für das Büro RDS Partner, dessen Gründer Wolfgang Rauh unser EvK vor 51 Jahren gebaut hat.“

Im Eingangsbereich des EvK wurde eine wirklich auffällige Grafik - mit einem erklärenden Text daneben – angebracht, womit auf die Auszeichnung hingewiesen wird. Das gelb-orangene Original des Preises gab es nur am Tag der Übergabe. „Es ist ein Wanderpreis“, scherzte Tim Rieniets. „Wir haben aus Kostengründen nur zwei Exemplare.“ Das Evk war Nummer 22 bei den Geehrten. Fast 40 Auszeichnungen werden es zum Ende des Jahres sein.
Ralf Meyer, Chef de Cuisine der Evangelischen Stiftung Augusta, hatte für die Feierstunde in der Cafeteria feinste Törtchen gebacken, die von den Servicekräften Sylwia Tomczak, Izabela Kornatz und ihren Kolleginnen ebenso verteilt wurden wie der dazugehörige Kaffee.

Es gibt eine Fülle bereits ausgezeichneter, sehr schöner Beispiele für die Architektur der 50er- bis 70erjahre, in die das EvK perfekt passt. Da sind z.B. die Hügelhäuser in Marl, die Ruhr-Universität in Bochum, das Forum in Castrop-Rauxel und das Grugabad in Essen. Die erste dieser Auszeichnungen ging zum Start des Projekts am 9. April an das Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen. „Aber unser EvK“, freut sich Architekt Peter Damm, „ist nun das erste Krankenhaus, dem diese Ehre zuteil wird.“























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