Erste Werkstatt Palliativstation
– eine berührende Veranstaltung

„Bislang gibt es nur wenige Empfehlungen zu parenteraler Symptomkontrolle und palliativer Sedierung“, stellt Oberarzt Dr. Curd-David Badrakhan fest. „Das war eine überraschende Erkenntnis unserer 1. Werkstatt Palliativstation.“ Badrakhan war Organisator einer Veranstaltung zu diesem Thema in der Ambulanz der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin der Augusta Kliniken.

Es handelt sich um medizinische Maßnahmen, die in besonders ausgeprägten Schmerz- oder anderen Belastungssituationen am Lebensende eingesetzt werden können, um Patienten zu helfen. Die damit in Kauf genommene Bewusstseinseinschränkung des Patienten kann sowohl bei den Angehörigen als auch dem Behandlungsteam zu schweren Belastungen führen. 25 Teilnehmer aus ganz Westfalen-Lippe und aus verschiedenen, in der Patientenbetreuung tätigen Berufsgruppen (Ärzte, Pflegende aus Krankenhaus und Pflegeheimen, Sozialarbeiter) diskutierten in fünf Kleingruppen einen Vormittag lang, Möglichkeiten zur Verbesserung des Umgangs mit diesem Thema zu erarbeiten.

„Die bestehenden Leitlinien helfen uns weiter, müssen jedoch noch mehr in den Arbeitsalltag integriert werden“ resümiert Dr. Annette Nolte, Oberärztin der Abteilung. „Wichtig ist es über diese komplexen Themen ständig im Gespräch mit allen Beteiligten zu bleiben und die Chancen und möglichen Nebenwirkungen solcher Maßnahmen möglichst früh anzusprechen.“ Die Notwendigkeit einer verständlich mitgeteilten Haltung aller Teammitglieder gegenüber dem Patienten und seinen Angehörigen war ein wesentliches Ergebnis.

Die Teilnehmer waren sich am Ende einig, mit dieser bislang einzigartigen Veranstaltung in einem wichtigen und berührenden Thema mehr Klarheit und wertvolle Impulse für den Berufsalltag erreicht zu haben. „Es hat sich gelohnt“, schloss Prof. Dr. Dirk Behringer, Chefarzt der Abteilung, „vor allem, weil es uns gelungen ist, so viele Berufsgruppen an einen Tisch zu holen und damit dem Anspruch an die Multiprofessionalität gerecht zu werden“. Folgeveranstaltungen zu unterschiedlichen Themenkomplexen sind in Vorbereitung. Dr. Curd-David Badrakhan



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