17. Hattinger Gesundheitstag mit EvK-Chefärzten

Dirk Glaser, Bürgermeister der Stadt Hattingen, eröffnete zusammen mit dem Vertreter der Ärztegemeinschaft, Dr. Jürgen Bachmann, den 17. Hattinger Gesundheitstag zum Thema „Schmerzfrei in Hattingen“. Zunächst bedankte sich Glaser ausdrücklich bei allen Beteiligten, die die derzeitige Influenza-Welle stemmen. Dadurch, dass die Kliniken und Einrichtungen selbst stark durch einen erhöhten Krankenstand betroffen sind, arbeiten hier alle an ihrer Kapazitätsgrenze. Abschließend lud er die vielen Interessierten zu über 30 Infoständen und vielen Fachvorträgen in die Räumlichkeiten des Rathauses ein.

Professor Andreas Tromm, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Evangelischen Krankenhaus Hattingen (EvK), sprach zum Thema „Abklärung von Oberbauchschmerzen“. Dabei erklärte er, wie es durch Befragung und Schmerzbeschreibung des Patienten sowie Einsatz von Laboruntersuchung und zum Beispiel Ultraschall zur Diagnose wie Helicobacter, Nahrungsmittelintoleranz oder Organerkrankung kommt. „Oft spielen dabei auch Lebenssituationen wie Ernährung, Medikamenteneinnahme aber auch Alarmzeichen wie Fieber, Gewichtsabnahme und Übelkeit eine entscheidende Rolle“, so der Chefarzt. Eine individuell abgestimmte Behandlung reicht dann von speziellen Medikamenten bis hin zu Operationen.

In einem weiteren Vortrag referierte Dr. Bernd Illerhaus, Facharzt für Wirbelsäulenchirurgie im EvK, zum Thema „Chronischer Rückenschmerz – die Versteifung vermeiden.“ Rückenschmerzen sind Volkskrankheit Nr. 1. Diese werden meist durch biologische Einflüsse, wie Alter oder Verletzung, sozialer Lebensstil oder psychische Faktoren verursacht. Je nach Ausprägung der Erkrankung kommt es z.B. bei Hexenschuss oder leichtem Bandscheibenvorfall zur konservativen Therapie. Ausgeprägte Veränderungen wie Ausdehnungen in den Spinalkanal, Bandscheibenhöhenverminderungen oder Spinalkanalstenosen führen zur Instabilität der Wirbelsäule und sind mit chronischen Schmerzen verbunden. Hier zeigte Illerhaus durch Fallbeispiele notwendige Operationen, in denen die Wirbel mit Schrauben stabilisiert oder die Bandscheiben durch Prothesen ersetzt wurden.

Mit einem Vortrag zur Problematik „Von Kopfschmerzen und wie man sie wieder los wird“ stellte sich Privatdozent Dr. Min-Suk Yoon, der ab Mai neue Chefarzt der Klinik für Neurologie im EvK vor. „Kopfschmerzen sind vielfältig und sieht man nicht. Daher ist eine Diagnose oft schwierig und sie haben in der Gesellschaft oft wenig Akzeptanz“, berichtet Yoon. „Die Kopfschmerzgesellschaft unterteilt in Primärkopfschmerzen wie Migräne, Sekundärkopfschmerzen nach z.B. Unfällen, Neurologische wie Hirnhautentzündungen und andere Ursachen.“ Auch die Dauer der Schmerzen ist oft unterschiedlich. Bei der Migräne sind es bis zu 72 Stunden und äußern sich unterschiedlich in Intensität und Ausprägung. Dabei hat das Gehirn selbst keine Schmerzrezeptoren, sondern nur die Gefäße schmerzen. Die Therapie ist für jeden Patienten unterschiedlich. Er wird begleitet und geschult, auch so, dass er selbst vorbeugen kann. „Medikamente sollen jedoch nicht unkontrolliert eingenommen werden. Dies kann dann sogar wieder zu Kopfschmerzen führen und letztlich weiß man nicht, wie die Schmerzen einzuordnen sind“, betont der Spezialist.

In den Fluren des Rathauses informierten viele Selbsthilfegruppen, Organisationen und Fachfirmen zahlreiche Besucher. Auch Dr. Thomas Hulisz, Leiter der Augusta-Ambulanten-Dienste, beriet mit seinen Kolleginnen viele Besucher.

Der Gesundheitstag endete mit einem Bürgerdialog „Rund um den Schmerz“, moderiert von Pfarrer Udo Polenske.









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