Weniger Schmerzen, mehr Beweglichkeit:

Ärzte aus dem EvK Hattingen helfen

Dringende medizinische Hilfe leisteten zwei engagierte Ärzte aus dem Evangelischen Krankenhaus Hattingen. Dr. Karl Schuhmann operierte in der indischen Großstadt Bangalore, Dr. Alfred Klassen im ländlichen Südsudan, im kleinen Krankenhaus von Turalei.
Sehr viele Verbrennungsfolgen operierte Dr. Schuhmann, Chefarzt der Klinik für Plastische/Ästhetische Chirurgie und Handchirurgie am Evangelischen Krankenhaus Hattingen (EvK) im Januar 2018 mit einem zehnköpfigen Team der Organisation Interplast im Vagus Hospital von Bangalore. Wie in den letzten Jahren stellten die Plastischen Chirurgen ihre Expertise in den Dienst der humanitären Hilfe.
„Wir waren insgesamt drei plastische Chirurgen“, erzählt Dr. Schuhmann, der auch im Bochumer Augusta eine Sprechstunde anbietet. „ein Kieferchirurg, drei Anästhesisten, eine Allgemeinchirurgin, eine Assistenzärztin sowie eine OP-Schwester.“ Alle Mediziner nutzten ihre eigenen Urlaubstage für diesen Hilfseinsatz im Süden von Indien.
Der größte Anteil der durchgeführten Operationen waren Narbenkontrakturen, die durch Hautverpflanzung behoben wurden. „Viele Menschen in Indien haben starke Verbrennungen erlitten“, so der Mediziner. „Durch diese Verbrennungen sind Gliedmaßen aufgrund der Schrumpfung und Vernarbung der Haut nur noch stark eingeschränkt beweglich. Mittels einer Verpflanzung von gesunder Haut an die verbrannten Stellen, stellt man die Funktion der Körperteile wieder her.“ Es handelte sich also nicht um ästhetischen Eingriffe, sondern um die Wiederherstellung der Funktion der Körperteile, um den Patienten weniger Schmerzen und wieder mehr Bewegungsfreiheit zu schenken.
Schuhmann und das Team der Interplast Sektion Stuttgart/Münster haben in Bangalore 80 Patienten behandelt und mehr als 90 Operationen in zehn Tagen durchgeführt. „Der Einsatz war optimal organisiert, das Team hoch professionell und effizient. Da macht es einfach Spaß zu operieren und man kann sicher sein, dass die Hilfe auch genau an der Stelle ankommt, wo sie dringend benötigt wird.“, so Dr. Schuhmann.
Aus seinem christlichen Glauben zieht Dr. Alfred Klassen, Oberarzt in der Klinik für Chirurgie des Evangelischen Krankenhauses Hattingen, die Motivation und die Kraft für die Hilfseinsätze, die er seit Jahren macht. Sei es Mozambik, sei es Malawi. Oder, wie diesmal, der Südsudan. „Schon mit meinem Vater war ich in Paraguay unterwegs, um in den kleinen Dörfern jede mögliche Hilfe zu leisten.“
Im Krankenhaus des südsudanesischen Turalei gab es diesmal wieder viel zu tun. „Als Gynäkologe, Chirurg, Psychiater“, sagt der in Paraguay geborene Unfallchirurg Klassen. Vermittelt von der Aktion Canchanabury kam er in das kleine 40-Betten-Haus der afrikanischen Diözese, das seit zehn Jahren besteht. Es ist, so sagt er, eines der besseren Krankenhäuser des Landes und betreut im weiten Umkreis rund 300.000 Menschen, die teilweise extrem lange Anreisewege in Kauf nehmen. „Es spricht sich rum, wenn ein ausländischer Arzt da ist.“
Er habe in der Zeit einige Kilos abgenommen stellt Klassen fest, die aber „leider längst wieder drauf sind.“ Und er lobt die Zusammenarbeit mit den freundlichen Menschen vor Ort. „Wir hatten einen Pfleger“, erinnert er sich lachend, „der dort die Anästhesien machte: Sehr effektiv, aber eben ohne Studium.“
Und wenn jemand sagt: „Ich bin ja kein Arzt und kann deshalb nicht helfen“, wird Dr. Klassen echt ärgerlich. „Dort unten“, sagt er, „wird jede Hand gebraucht. Maurer, Elektriker und noch mehr.“ Und das sei auch in Burundi so. „Dort bin ich im nächsten Januar erneut im Hilfseinsatz.“ Auch Dr. Schuhmann will wieder seinen Urlaub in den Dienst der guten Sache stellen: „Für 2019 habe ich schon einen Einsatz in Indien geplant.“

Spendenkonto Aktion Canchanabury
IBAN DE 39430500010034300046
Vermerk: Dr. Klassen Südsudan

Spendenkonto Interplast
Das Interplast-Spendenkonto bei der Kreissparkasse Reutlingen:
Konto: 10 19 13 70 97
BLZ: 640 500 00

IBAN: DE81 6405 0000 1019 1370 97











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