Bahmand Hussein, Annette Hipler und Katja Thum (von links).

Syrischer Flüchtling startet
an der Augusta Akademie durch

Die Ausbildung zum Anästhesietechnischen Assistenten (ATA) an der Augusta Akademie in Bochum Linden ist schon für Muttersprachler sehr anspruchsvoll. Nun aber startet Bahmand Hussein als erster Flüchtling aus Syrien an der Augusta Akademie durch: Fachbereichsleiterin Annette Hipler und Klassenlehrerin Katja Thurm freuen sich mit dem 36jährigen, dass er grade die viermonatige Probezeit mit Bravour bestanden hat.

Hussein kommt ursprünglich aus Al Qamishli, einem Ort im Nordosten Syriens, wo er schon acht Jahre als Anästhesieassistent gearbeitet hatte. Im Winter 2012 floh er vor den Kriegswirren zunächst an die Grenze der Türkei. Sechs Monate später ging es dann mit Ehefrau Iman Abdullah und Sohn Jan nach Istanbul. Im Oktober 2014 flog er dann alleine nach Düsseldorf, um dort Asyl zu beantragen. Bei der Erstaufnahme wurde er nach Bochum eingeteilt und konnte Ende 2015 Frau und Kind nachholen.

„Nach der Anerkennung meiner Berufserfahrungen hatte ich das Glück“, so der strahlende Schüler, „seit Ende 2016 eine Ausbildung zum ATA an der Augusta Akademie machen zu dürfen. Gleichzeitig besuche ich natürlich parallel in der Abendschule noch Deutschkurse.“ Klassenlehrerin Katja Thurm erzählt, dass Hussein inzwischen im Unterricht nur noch sehr selten sein Wörterbuch benötige. „Klausuren, Referate und praktische Prüfung zum Ende der Probezeit hat er mit durchweg guten Noten bestanden.“

Es sei beachtenswert, „unter welchen erschwerten Bedingung Herr Hussein gestartet ist und dennoch gute Leitungen zeigt“, ergänzt Fachbereichsleiterin Annette Hipler, die außerdem darauf hinweist, welch großen Anteil die engagierten Mitarbeiter in den Anästhesieabteilungen an der Ausbildung der ATAs haben.

Die kleine Familie Hussein lebt inzwischen in der Bochumer Innenstadt. Auch Husseins Frau besucht Deutschkurse und möchte nach Möglichkeit wieder in ihrem alten Beruf als Laborassistentin arbeiten. „Wir sind einfach allen nur dankbar, die uns seit Monaten so tatkräftig unterstützen.“

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