Ambulantes Operieren:
Ein Jahrzehnt im EvK

Zehn Jahre ist es her, dass sie am Evangelischen Krankenhaus Hattingen (EvK) mit dem ambulanten Operieren begannen. Der Startschuss fiel am 25. September 2006 - und diese Neuerung war damals den Forderungen der Krankenkassen geschuldet, die sanften Druck auf die Deutschen Krankenhäuser ausübten. „Die Politik wollte“, so Edgar Horn, Ablaufkoordinator der ersten Stunde, „dass wir, wie in anderen Staaten, mehr ambulante Operationen durchführen.“ EvK-Geschäftsführer Ulrich Froese schuf die Rahmenbedingungen – und das war die Geburtsstunde des AOP, des ambulanten OPs.

In Hattingen ist der AOP die einzige klinische Einrichtung dieser Art. „Wir machen kleinere chirurgische Eingriffe, auch am Kiefer, an Gefäßen und im HNO-Bereich“, sagt Horn. Auch kieferchirurgische Zahnsanierungen bei Kindern und Erwachsenen fallen mit in diesen Bereich, der durch § 115b im Sozialgesetzbuch 5 geregelt ist. „Dort steht ein ganzer Katalog von Eingriffen“, so Horn, „die ambulant gemacht werden müssen.“

Voraussetzung dafür sei aber z.B., dass für den Patienten nach seinem dreieinhalb bis fünf Stunden dauernden Aufenthalt im EvK zuhause eine 24 Stunden-Betreuung sichergestellt ist. Es gibt aber auch noch weitere Kriterien.

Der Plastische Chirurg Dr. Karl Schuhmann operiert viel im AOP, auch Dr. Jihan Mohasseb (Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie) sowie die HNO-Ärzte des Hauses - und natürlich auch die anderen Chirurgen des EvK. Dabei bleibt die Hälfte der jährlich rund 1.500 Patienten dennoch stationär, „weil wir aus Kapazitätsgründen den AOP auch mit normalen Krankenhauspatienten auslasten.“

Edgar Horn macht von der ersten Stunde an die Ablaufkoordinierung für den AOP. Unterstützt wird er in seiner Arbeit von OP-Schwester Natalie Krieger, die bis vor acht Jahren im Kreißsaal arbeitete. „Alle Patienten werden im PatientenServiceCenter untersucht und prämediziert, hatten dort auch schon zuvor ihr Narkosegespräch mit dem Anästhesisten“, erklärt Horn, der sich zum „Zehnjährigen“ über einige Blumen freute.

Wer im EvK bleibt, wird nach der Operation auf „seine“ Station gebracht. Die „echt“ ambulanten Patienten bleiben eine Weile im Aufwachraum des AOP und können dann mit ihrer Begleitung nach Hause gehen. „Viele Patienten“, so Horn, „sind froh, dass sie schnell wieder nach Hause dürfen.“





← zurück