Am 14. September in der Lutherkirche:
Ambulantes Ethikkomitee präsentiert „beizeiten begleiten“

Wie werden wir einem Menschen in schwerer Krankheit und/oder an seinem Lebensende am besten gerecht? „Das ist“, sagt Dr. Birgitta Behringer, „eine der eminent wichtigen Fragestellungen, mit denen wir uns regelmäßig beschäftigen.“ Behringer ist Palliativmedizinerin und leitet das noch ganz junge Ambulante Ethikkomitee Bochum e.V. (AEB).

Die Menschen werden immer älter, sind am Ende ihres Lebens teilweise mehrfach erkrankt und es wird immer wichtiger, die dann in Einrichtungen der stationären Pflege und in Krankenhäusern notwendige Behandlung frühzeitig, also im Voraus zu planen (Advance Care Planning - ACP).

Es gehört zu den Zielen aller Fachkräfte aus dem Hospiz- und Palliativbereich, Menschen nach ihren Behandlungswünschen für künftige Entscheidungssituationen zu befragen und diese auch zu beachten, wenn der Betreffende sich einmal selbst nicht mehr äußern kann. Strukturierte Beratungen zur Patientenverfügung sollten unbedingt durch qualifizierte Gesprächsbegleiterinnen durchgeführt werden. Vorsorgeplanungen dieser Art sind in vielen anderen Ländern, u.a. USA, Kanada und Australien, bereits etabliert.

In Kooperation mit Professor Jürgen in der Schmitten von der Universität Düsseldorf hat sich das AEB zum Ziel gesetzt, die Ausbildung solcher Gesprächsbegleiterinnen in Bochum zu etablieren, damit Vorsorgeplanungen aussagekräftig und verlässlich sind. „Dabei orientieren wir uns am ACP-Modell ‚beizeiten begleiten‘“, so Behringer. Dieses hat Prof. in der Schmitten nach dem Vorbild des erfolgreichen US-Projekts „Respecting Choices" entwickelt.

„Das Konzept und die Inhalte möchten wir am 14. September, um 16 Uhr, in der Lutherkirche am Stadtpark im Rahmen einer hochkarätigen Informationsveranstaltung vorstellen“, so Behringer weiter. Leiter und Mitarbeiter von Seniorenheimen, Pflegedienstleitungen, Pflegekräfte, Sozialarbeiter, Betreuer, Hausärzte, Notärzte, Krankenausärzte sowie alle Interessierten Menschen sind eingeladen.

In der Augusta-Onkologie befasst man sich seit Anfang letzten Jahres genau mit diesem Thema. „Wir wollen daraus ein Pilotprojekt machen“, sagt Oberarzt Michael Brandt, „und wir suchen noch Motivierte, gerade aus dem Augusta, die sich als spätere qualifizierte Gesprächsbegleiter im Rahmen des Beizeiten-Begleiten-Projektes in die Arbeit zugunsten der onkologischen Patienten einbringen wollen.“

Frau Marianna Gemousakaki, Assistenzärztin in der Augusta-Onkologie, schreibt zu „Beizeiten Begleiten“ ihre Doktorarbeit. „Frau Anastasia Tavoulari und ich“, ergänzt Chefarzt Prof. Dr. Dirk. Behringer, „sind Ansprechpartner für das wichtige Thema ACP.“  (Telefon: 517-2431, Mail: behringer@augusta-bochum.de)

Link zu Einladung und Programm

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