Wohlfühl-Atmosphäre
auf der Augusta Palliativstation

Ein Essgeschirr aus dem Zweiten Weltkrieg brachte Anatol, der Meisterschüler des großen Joseph Beuys mit nach Bochum. Der begnadete Geschichtenerzähler und tief religiöse Künstler schaffte es, mit dieser „Ausrüstung“ die Menschen in der von ihm maßgeblich mit gestalteten „Kapelle unter dem Himmel“ in seinen Bann zu ziehen.

Und er nahm auch Bezug auf sein Christus-Bild, das gerade neu in der Kapelle aufgehängt wurde. „Der haut mich raus“, sagte er und wies dabei auf die Christusfigur, „wenn ich irgendwo drinhänge.“ Dabei erzählte er beinahe gleichzeitig von den russischen Soldaten, die ihn als (glücklicherweise russisch sprechenden) Jugendlichen sowie zwei Soldaten verschonten und dann auch vom Tod seines Lehrers.

Und er fand auch eine nahtlose Überleitung zu muslimischen Kopftüchern, die er nicht mag. „Eine Frau hat ein Gesicht. Und das ist etwas Schönes.“ „Ich wünsche Ihnen alles Gute“, beendete Anatol seinen Parforce-Ritt durch die Themen – und fügte an: „Und immer viel zu essen.“ Damit war der Kreis geschlossen.

Dies geschah nach dem Gottesdienst, den Pfarrerin Martina Haeseler mit den rund 60 Gästen anlässlich der Einweihung der Palliativstation feierte.

Augusta-Geschäftsführer Dipl.-Kfm. Ulrich Froese sprach davon, dass man im Haus schon lange die Palliativarbeit ausbauen wollte. „Im Altbau ließ sich das wegen baurechtlicher Zwänge und Brandschutzbestimmungen nicht realisieren. „Also haben wir einen Neubau errichtet.“ Er sei nun schon oft auf der Station gewesen, wo ihn vor allem die Stimmung der Mitarbeiter berührt habe, die sich in den geschmackvollen und wohnlichen Räumen mindestens so wohl fühlen wie die Patienten.

„Heute ist ein historischer Tag. Zumindest in meinem Leben“, sagte Prof. Dr. Dirk Behringer als Hausherr der neuen Palliativstation. Er verwies darauf, dass die Hospiz- und Palliativbewegung ja noch relativ jung sei, aber langsam einen immer größeren Stellenwert bekomme. Er sei stolz auf seine Mitarbeiter, die sich extrem engagieren – und das Haus strahle dies bereits aus. „Man kann die Menschlichkeit und die Atmosphäre nämlich schon spüren, wenn man – egal wo - ein Krankenhaus betritt.“

Die gute Zusammenarbeit mit dem Palliativnetz Bochum muss nicht betont werden. Man arbeitet dort intensiv mit, ist nicht nur über Augusta Ambulante Dienste und deren Pflegedienstleiterin Christiane Breddemann tief im Netz verwurzelt. Breddemann und die Palliativmediziner und Vorstandsmitglieder Klaus Blum und Dr. Bettina Claßen überreichten Stationsleiterin Claudia Jöhring und Prof. Behringer einen Scheck über 2.000 Euro für den Förderverein. Kristin Rüther vom Pflegemanagement überbrachte Grüße und Claudia Jöhring sprach das Schlusswort der kleinen Feier: „In dieser Atmosphäre ist es uns möglich, viel intensiver auf die uns anvertrauten Menschen einzugehen.“









































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