Ein frohes, gesundes und erfolgreiches Neues Jahr wünscht die Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen
Stiftung Augusta allen Augustanerinnen und Augustanern sowie deren Angehörigen.

2016 wird mit Sicherheit ein spannendes Jahr. Das Thema Integration wird uns dabei noch lange begleiten. Wir dürfen uns allerdings bewusst sein, dass wir in unserem Unternehmen und allen Teilbereichen schon seit Jahrzehnten einen erheblichen Anteil daran haben, dass Menschen von überall her in Deutschland Fuß fassen und eine neue Heimat finden können. Geschäftsführer und Stiftungsratsvorsitzender Ulrich Froese hat dies im Vorwort unseres Weihnachtsnewsletters noch einmal deutlich gemacht. Dieses Vorwort zitieren wir nun hier in Gänze und setzen es damit an den Beginn des Jahres 2016. Den fleißigen und immer freundlichen Kollegen Nosrati stellen wir als ein Beispiel gelungener Integration hier auch im Bild vor: Personalchefin Monika Borggrebe und Markus Müller (re.) vom Betriebsrat beglückwünschten den gebürtigen Iraner vor wenigen Tagen zum 25jährigen Betriebsjubiläum.

Glückauf, Augusta!

Sehr geehrte Mitarbeiterinnen, sehr geehrte Mitarbeiter, aller Einrichtungen der Evangelischen Stiftung Augusta,

ein intensives und sehr erfolgreiches Jahr geht dem Ende zu. Weit über 2.500 Menschen sind bei der Evangelischen Stiftung Augusta und ihren Einrichtungen beschäftigt. Sie verteilen sich auf 50 Nationalitäten. Ich bin selber erstaunt, wie vielfältig unsere gemeinsame Kultur doch ist. Es folgt eine Auflistung der Nationalitäten, die bei uns beschäftigt sind:

natürlich deutsch,
ägyptisch, albanisch, armenisch,
bosnisch/herzegowinisch, britisch, bulgarisch,
chinesisch, dänisch, dominikanisch, eritreisch, französisch,
georgisch, ghanaisch, griechisch, guineisch,
indisch, italienisch, jordanisch,
kanadisch, kasachisch, koreanisch, kosovarisch, kroatisch,
lettisch, litauisch, marokkanisch, mazedonisch, moldauisch, niederländisch,
österreichisch, philippinisch, polnisch, portugiesisch, rumänisch, russisch,
schweizerisch, serbisch, slowakisch, spanisch, srilankisch, syrisch,
thailändisch, tschechisch, türkisch, turkmenisch,
ukrainisch, ungarisch, weissrussisch, zyprisch

Hätten wir all diese Menschen nicht, wüsste ich nicht, wie wir unsere Aufgaben und die Ver¬sorgung der Patienten bewältigen sollten: Ganz abgesehen davon, welchen kulturellen Reichtum wir hierdurch erlangen. Ein kleines Beispiel: Der nun seit vielen Jahren bei uns tätige Herr Masoud Nosrati, der mit seiner Familie seinerzeit vor politischer Verfolgung aus Persien geflohen ist und mit seiner Frau und seinen beiden Kindern hier eine neue Heimat gefunden hat. Seine Tochter, eine hoch anerkannte Pianistin, gerade mit dem Deutschen Bach-Preis ausgezeichnet, international auf Tournee, sein Sohn Ingenieur und Pianist. Viele erinnern sich sicher an die Konzerte dieser beiden in unserer Kapelle.

Die Diskussion um die vielen Menschen, die hier bei uns Zuflucht suchen, lösen unterschiedliche Gefühle aus. Ich selbst gehöre einer Generation an, deren Eltern auch vor der Gewalt, dem Krieg aus Ostpreußen geflohen sind. Meine Eltern gehörten zu den 16 Millionen Menschen, die hier eine neue Heimat gefunden haben. Auch sie waren hier nicht willkommen, ihnen musste Wohnraum zugewiesen werden und mit der Zeit begannen sie und wir als Familie ein Teil dieser neuen Heimat zu werden.

Es gilt Menschen zu helfen! Alle westlichen Kulturen – hier schließe ich Deutschland mit ein – haben viele Fehler begangen; so sind wir Mitursache dieses Konfliktes.

Nun sind wir gefragt zu helfen. Ich kann insoweit das Wort von Frau Merkel durchaus auch als Christ wiederholen "das schaffen wir". Wer sollte es sonst schaffen, wenn nicht eine so reiche Gesellschaft wie wir. Auch wenn es nur vorübergehend ist und wir diesen Menschen ggf. wieder einen Zugang zu ihrer Heimat verschaffen.

Während meiner Lebenszeit gab es viele Zuwanderungen, ob es der Zuzug aus Anatolien für die Stahl- und Kohleindustrie war oder die Ankunft von Portugiesen, Italienern und Griechen zur Unterstützung unseres Arbeitsmarktes. Nach der Öffnung des Ostens kam es zur Zuwanderung ehemaliger Deutschstämmiger und vieler Flüchtlinge. Wir haben seinerzeit auch als Augusta in der ehemaligen Pflegevorschule, am Ort des jetzigen Gesundheitszentrums, ein Übersiedlerheim gehabt. All dieses hat uns erst zu dem gemacht, was wir sind und wir wären nicht eine solche wohlhabende und erfolgreiche Volkswirtschaft, wenn wir diese Menschen nicht hätten. Darin liegen auch großen Chancen und ein beachtlicher Gewinn, die/den viele sicher erst später erkennen werden.

All diese Menschen, die in diesem Jahr zu uns gekommen sind, werden jetzt im Dezember auch ihr erstes Weihnachten hier erleben. Ich weiß von vielen, die sich sehr engagieren und versuchen zu helfen, diesen Menschen auch hier eine neue Heimat zu geben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest sowie einen guten Rutsch in ein gesundes neues Jahr und freue mich auf die vielen Ereignisse des Jahres 2016.

Ihr Ulrich Froese


← zurück