Behandlung im Voraus planen (Advance Care Planning)
Prof. Behringer sucht Mitstreiter für das gemeinsame Projekt

Vorausschauende Therapieplanung am Lebensende gewinnt in der heutigen Gesellschaft zunehmend an Bedeutung. Alle, die sich direkt oder indirekt in die Patientenversorgung einbringen, setzen sich regelmäßig mit der Frage auseinander, wie man einem Patienten in schwerer Krankheit am besten gerecht wird und seinen Willen auch dann respektieren kann, wenn er sich selbst nicht mehr äußern kann.

Damit Vorsorgeplanungen aussagekräftig und verlässlich sein können und auch Beachtung finden, sollten strukturierte Beratungen zur Patientenverfügung durch qualifizierte Gesprächsbegleiterinnen und -begleiter durchgeführt werden. Auch sind verbindliche, standardisierte Formulare sinnvoll, mit denen sich jeder auskennt. Vorsorgeplanungen dieser Art sind in vielen anderen Ländern, u.a. USA, Kanada und Australien, bereits etabliert.

Nach diesem Vorbild sollen sie auch in unserer Region eingeführt werden. Im deutschen Hospiz- und Palliativgesetz vom 1. Dezember 2015 wird die Möglichkeit ausdrücklich vorgesehen, Heimbewohnern auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung eine Vorsorgeplanung für die letzte Lebensphase anzubieten und sie auch vorzubereiten auf mögliche Notfallsituationen.

Das Ambulante Ethikkomitee Bochum e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, die Ausbildung solcher Begleiter und Begleiterinnen in Bochum zu etablieren. Dabei orientiert man sich an „beizeiten begleiten“, dem Modell des Advance Care Planning, das unter der Leitung von Prof. in der Schmitten nach dem Vorbild des erfolgreichen US-amerikanischen Projekts „Respecting Choices“ entwickelt worden ist. Das onkologische Zentrum beteiligt sich als bislang einzige stationäre Krankenhauseinrichtung an dem Projekt.

Konzept und Inhalte wollen die Verantwortlichen in einer Informationsveranstaltung in der Aula des Institutsgebäudes der Augusta Kliniken vorstellen. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 25. Januar, um 17 Uhr statt.

„Wir suchen Augustamenschen“, beschreibt Prof. Dr. Dirk Behringer, „die sich vorstellen können, als GesprächsbegleiterInnen regelmäßig Gespräche mit Augustapatienten durchzuführen, die dies wünschen.“

Erfahrung in medizinischen Hilfsberufen, im Pflege-, Hospiz- oder Sozialbereich, als Mediziner oder Geistlicher und das Gefühl, für diese Aufgabe berufen sein zu können sind gute Voraussetzungen, um sich zum zertifizierten Gesprächsbegleiter nach dem Modell „beizeiten begleiten“ auszubilden. Diese Ausbildung umfasst mehrere (kostenfreie) Schulungen.

Alle, die mitmachen, sagt Prof. Behringer voraus, „werden viel Freude daran haben, sich mit Ihren Mitstreitern in dem Projekt regelmäßig auszutauschen und für das Projekt zu engagieren.“

Wer weitere Fragen hat, wendet sich bitte direkt an Prof. Behringer - per Mail oder telefonisch im Sekretariat 517-2431

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