WAZ öffnete EvK-Pforten

Das interessierte sehr viele Hattinger Bürgerinnen und Bürger, aber nicht alle hatten an der beliebten Sommer-Aktion „WAZ öffnet Pforten“ teilnehmen können, durch welche diesmal tiefe Einblicke in das Evangelische Krankenhaus Hattingen (EvK) geboten wurden: Die glücklichen Teilnehmer blickten hinter die sonst verschlossenen Türen.

In perfekter Weise zeigten Ärzte und Pflegepersonal den Weg auf, den ein Unfallopfer vom Rettungswagen über Notaufnahme bzw. Schockraum, Operationssaal, Aufwachraum bis zur Station geht. Sabine Weidemann und Volker Speckenwirth von der WAZ Hattingen dokumentierten dabei den ereignisreichen Nachmittag.

Zunächst begrüßte Marcus Fritz vom Pflegemanagement die Gäste und begleitete sie in das gerade neu gestaltete, etwa 2.000 Quadratmeter große PatientenServiceCenter (PSC). Dort begrüßten die Chefärzte PD Dr. Helfried Waleczek und Dr. Gerhard Schlosser die Anwesenden und informierten mit einigen Eckdaten: „Hier ist für die fast 11.000 stationären und 20.000 ambulanten Patienten im Jahr die erste Anlaufstelle. Das PSC und damit die Notaufnahme ist natürlich 365 Tage rund um die Uhr besetzt. Selbst in der Nacht sind mindestens immer vier diensthabende Ärzte aus den Fachbereichen Chirurgie, Innere Medizin, Neurologie und Anästhesie erreichbar. Dazu kommen mindestens drei Fachpflegekräfte.“

Just in diesem Moment kam die Nachricht, dass ein Rettungswagen mit Blaulicht zur Liegendanfahrt in die Notaufnahme unterwegs sei, daher verlagerte man kurzerhand den Standort dorthin. Als sich die Türen des Rettungstransportwagens öffneten, stellte sich bei den plötzlich angespannten Zuschauern zum Glück heraus, dass auf der Trage dann doch nur eine Animationspuppe lag und das es sich hier um eine gestellte Aktion nur für diesen „Tag der offenen Pforten“ handelte. Nichts destotrotz übergab Notarzt Dr. Joachim Friese den „Patienten“, wie in echt, mit Erstinformationen zum Unfallopfer in die Obhut des Notfallambulanzpersonals vom EvK. Zunächst ging es in den Schockraum, wo die Chefärzte ausführlich erklärten wie und warum Vitalfunktionen gemessen werden und was die Ergebnisse bedeuten könnten. Nach der Kreislaufstabilisierung und weiteren Erstversorgung sowie einer ersten Krankheitsbefundung könnte es dann zum Beispiel in die Sonographie oder zum Röntgen für weitere Untersuchungen gehen. In akuten Notfällen wird der Patient natürlich schnellstmöglich in den OP gebracht.

Dort angekommen, erklärte Dr. Waleczek, Chefarzt der Chirurgie, zunächst den Interessierten den allgemeinen Ablauf eine Operation. „Wichtig vor dem Eingriff sei es“, so der Chefarzt, „dass man trotz der Hektik für einen Moment zur Ruhe kommt und sich alle Beteiligten gemäß den WHO-Richtlinien klarmachen, ob es zum Beispiel der „richtige“ Patient ist, das richtige Operationsfeld vorbereitet ist und ob alle notwendigen Instrumente und Materialien ausreichend bereitliegen.“ In der Zwischenzeit hatten die Operationspflegefachkräfte Edgar Hohn und Dieter Krumpholz die Animationspuppe zur OP vorbereitet. Hieran zeigte der erfahrende Operateur anschließend mit welchen modernen Instrumenten heute, im Gegensatz zu früher, operiert wird und welche Vorteile der Einzug der minimalinvasiven Chirurgie hat.

Dr. Schlosser, Chefarzt der Anästhesie, berichtete nun wie schonend heutzutage Narkosen sind und das sie individuell auf die jeweilige Operation und die Besonderheiten eines jeden Patienten eingestellt werden. „Zudem ist es heute auch möglich“, so der Chefarzt, „das Patienten vor der OP bis zu sechs Stunden etwas essen und bis zu zwei Stunden etwas trinken können.“ Insgesamt wird damit die Belastung für den Körper so gering wie möglich gehalten und somit ein möglichst kurzer Heilungsprozess erzielt. Nach einer OP geht es dann im günstigsten Fall zunächst in den Aufwachraum, in dem der Patient bis zur völligen Rückkehr aus der Narkose ständig überwacht wird, um anschließend auf eine Normalstation verlegt zu werden. In schwerwiegenderen Fällen, zum Beispiel wenn der Patient noch künstlich beatmet werden muss oder spezielle Schmerzmittel benötigt, wird er zunächst auf die Intensivstation verlegt.

Abschließend gab es für alle eine kleine Erfrischung und in lockerer Atmosphäre beantworteten die Krankenhausspezialisten Fragen der Gäste zu den Themen wie zum Beispiel Therapiemöglichkeiten, Aufenthaltsdauer, Spektren der Behandlungen, Krankenhaus- und Behandlungskosten. JüP

















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