Dr. Bonatz und Prof. Behringer
zum Thema Brustkrebs am Telefon

Drei Dutzend Anrufer ließen im Rahmen der WAZ-Telefonsprechstunde zum Brustkrebsmonat Oktober die Telefone klingeln bei Priv.-Doz. Dr. Gabriele Bonatz und Prof. Dr. Dirk Behringer vom zertifizierten Brustzentrum Augusta Bochum, die am Mittwoch über die Therapie von Brustkrebs oder die Vorbeugung informierten.

„Eine Anruferin fragte“, erzählt Dr. Bonatz, die Chefärztin der Augusta-Frauenklinik, „ob auch nach längerer, symptomfreier Zeit noch Metastasen auftreten können.“ Mit jährlich rund 75.000 Neuerkrankungen ist Brustkrebs die häufigste – und damit gefürchtetste – Krebsart bei Frauen. Und in der Tat können auch nach Jahren noch schlafende Zellen aufwachen und zu Metastasen führen. „Deshalb kontrollieren wir beim Brustkrebs bis zu zehn Jahren danach.“ Bei anderen Krebsarten reichen fünf Jahre aus.

Prof. Behringer, Chef des Onkologischen Zentrums Augusta, hatte mehrere Anfragen zu komplementären Methoden, die er in einer regelmäßigen Patienten-Veranstaltung im Kunst-Museum immer ausführlich vorstellt. „Wechseljahresbeschwerden treten bei Brustkrebs häufig auf“, sagt er, „aber leider gibt es keine sichere einzige Behandlungsmethode; vielmehr ist besonders in dieser Situation eine individuelle Beratung wichtig. Sport und Gewichtskontrolle können lindern.“

Als „Versuchsballon“ werde oft Cimicifuga ausprobiert, allerdings ist mit den pflanzlichen Stoffen bei Brustkrebs Vorsicht geboten, da sie meist hormonähnliche Stoffe enthalten, die es gerade zu vermeiden gilt. Das sei auch keine anerkannte Therapie.“ Bei Übelkeit empfahl PD. Bonatz am Hörer u.a auch Akupunktur.

Es waren im Übrigen auch einige betroffene Frauen am Telefon, so Prof. Behringer, „die sich im Grunde nur eine Zweitmeinung für ihren speziellen Fall einholen wollten.“ Das sei aber durchaus legitim – und viele Frauen nutzen solche Aktionen für anonyme Informationsbeschaffung, um nicht noch weitere Untersuchungen über sich ergehen lassen zu müssen. „Wichtig ist in jedem Fall“, so Chefärztin Bonatz, „dass Betroffene ein Brustzentrum aufsuchen, welches stets über ausreichende Erfahrung und alle notwendigen Fachabteilungen verfügt.“

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