Stiftungsmitarbeiter operieren in Indien

Für die einen war es eine Premiere, für die anderen eine lieb gewonnene, schöne, alte Gewohnheit:

Während Dr. Gerhard K. Schlosser in seinem 26. Hilfseinsatz zum 12. Mal nach Jalna (Indien) reiste, um dort medizinische Hilfe zu leisten, flog Dr. Karl Schuhmann zum ersten Mal auf den Indischen Subkontinent. Beide sind Chefärzte in Krankenhäusern der Evangelischen Stiftung Augusta (Bochum/Hattingen).

Von Düsseldorf aus ging es für die Helfer des „Projekt Jalna“ über Zürich nach Mumbai, dem ehemaligen Bombay. Von dort aus mussten die Männer und Frauen aus dem Ruhrgebiet noch eine Stunde bis nach Aurangabad fliegen. Eine weitere Autostunde entfernt liegt dann Jalna. 1.000 km östlich von Mumbai.

Mitarbeiter des Evangelischen Krankenhauses Hattingen (EvK) und des Bochumer Augusta opfern seit Jahren Freizeit und Urlaub, um in Jalna möglichst vielen Menschen zu helfen. Dr. Karl Schuhmann, Chefarzt der Klinik für Plastische/Ästhetische und Handmedizin am EvK operierte 14 Tage lang mit einem deutsch-schweizerischen Team der Organisation Interplast im Narayana Health Hospital in Bangalore. Dr. Schlosser, Chefarzt der Klinik für Anästhesie am EvK, hatte sechs Stiftungsmitarbeiter in seinem Team, aus Bochum unter anderem Augusta-Oberarzt Dr. Detlef Cramer und den Leitenden OP-Pfleger Karsten Liebig.

Seit 2007 hat der Rotary-Club in Hattingen die Finanzierung des „Projektes Jalna“ übernommen. Dr. Schlosser verweist in diesem Zusammenhang stets auf das Engagement der Ärzte und Pfleger, die – wie immer - 14 Tage ihres Jahresurlaubs opfern. In diesem Jahr operierte das Team aus dem Ruhrgebiet fast 130 Menschen.

„Wir in Bangalore hatten drei plastische Chirurgen dabei“, erzählt Dr. Schuhmann. „Drei der Mistreiter kamen ebenfalls aus NRW.“ Sie alle nutzten ihre eigenen Urlaubstage für diesen Hilfseinsatz im Süden des indischen Subkontinents und operierten hauptsächlich Verbrennungskontrakturen an Gesicht und Hals.

Solche Kontrakturen entstehen nach unbehandelten oder schlecht versorgten Verbrennungen, die durch großflächige Vernarbungen zu Fehlstellungen von Kopf oder Schultern führen. Sie sind in Indien sehr häufig, weil dort vielerorts noch auf offenem Feuer gekocht wird. "Weitere Schwerpunkte unserer Tätigkeit waren Operationen von Kiefer- und Gaumenspalten und nach Verbrennungen fehlgebildete Hände", so Dr. Schuhmann. "Durch unsere Handoperationen können wir es einigen Menschen ermöglichen, ihre Hand endlich wieder benutzen zu können".

Mit Lippen-, Kiefer- Gaumenspalten hat Dr. Jihan Mohasseb besondere Erfahrung. Die Chefärztin der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Evangelischen Krankenhaus Hattingen operiert schon über ein Jahrzehnt schwere Fälle dieser Fehlbildung. Und dies nicht nur in Indien: Viele Patienten werden aus Krisengebieten wie z.B. Afghanistan nach NRW geflogen und in Hattingen behandelt.

Schuhmann und das Team der Interplast Sektion Stuttgart/Münster führten in Bangalore, das etwa 1.000 Kilometer südlich von Mumbai liegt, mehr als 100 Operationen durch. Unterstützt wurde Interplast vor Ort von der Organisation „Welfare Friends“ und von Spendern aus Deutschland. Die ersten Vorbereitungen für die nächsten Einsätze der beiden Chefärzte haben übrigens schon begonnen. Und Spenden werden natürlich für diese wichtige Arbeit immer gebraucht. (eb-en)

Spendenkonto für Jalna: Spenden für die Arbeit der Jalna-Helfer können auf das Konto des gemeinnützigen Vereins „Ro¬tary Hattingen hilft e.V." eingezahlt werden: Kto.Nr. 206011 bei der Sparkasse Hattingen (BLZ 43051040).

Spendenkonto für Bangalore: Das Interplast-Spendenkonto bei der Kreissparkasse Reutlingen hat die Konto-Nr.: 1019137097 (BLZ 640 500 00)

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