Zwischen Autonomie und Fürsorge – Ziele und Grenzen von Ethikberatung

„Therapieempfehlungen am Lebensende im Spannungsfeld zwischen Autonomie und Fürsorge“ war das Thema der Ethik-Veranstaltung, mit der sich das Palliativnetz Bochum am 14. März, an alle an der Medizinethik am Lebensende interessierte Ärzte, an Pflegende, Ehrenamtliche, Patienten und Angehörige wandte. Mit von der Partie waren im Museum Bochum u.a die Augusta Ambulanten Dienste sowie Prof. Dr. Dirk Behringer, der Chef der Onkologischen Klinik des Augusta und gewissermaßen Sprecher des Onkologischen Zentrums Augusta (OZA).

Es gab eine ganze Reihe hochinformativer Vorträge, die wesentliche Aspekte der Palliativmedizin beleuchteten. „Zu deren Wesen gehört es ja unter anderem“, so Dr. Birgitta Behringer, Initiatorin des Ethikforums im Palliativnetz Bochum, „die Möglichkeiten von Therapiebegrenzungen mit einzubeziehen in die Empfehlungen des ärztlichen Handelns.“ Fortschritte in der Medizin haben im Bewusstsein der Menschen dazu geführt, dass Tod und Sterben häufig als ärztliches Versagen betrachtet werden.

„Ziele und Grenzen von Ethikberatung“, „Therapieziele und Therapiegrenzen in der Onkologie in der Auseinandersetzung mit zumeist autonomen Patienten“, oder „Autonomie und Demenz- wenn das Verstehen schwierig wird“ waren die Themen, aber auch „stellvertretende Autonomie am Lebensende - sind fürsorgliche Entscheidungen ohne Kenntnis des Patientenwillens ethisch vertretbar?“ Dazu hörten die Anwesenden später auch die juristische Einschätzung von Prof. Dr. jur. Rissing van Saan, ehemalige Vorsitzende Richterin am Bundesgerichtshof.

Die Vorträge thematisierten u.a. auch, wie man sich verhalten sollte, wenn es z.B. – in Ermangelung einer Patientenverfügung - keinen klar formulierten Patientenwillen gibt, oder wenn der Patient an einer Demenz leidet oder sich aus anderen Gründen nicht mehr äußern kann. Dies sei ein schwer zu lösendes Dilemma, über das zum Ende der gut besuchten Veranstaltung sehr engagiert diskutiert wurde.

Bei der Veranstaltung wurde im Übrigen auch die neue Ethikberatung des Palliativnetz Bochum als eine Institution vorgestellt, an die sich die Menschen mit Ihren Fragen zu Entscheidungen am Lebensende wenden können.

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