Adipositas-Management
für Teams von Arztpraxen

Im neuen Kurs des Adipositaszentrums der Augusta Kliniken Bochum Hattingen erlernten Ärzte und ihre Mitarbeitenden jede Menge zum Thema Adipositas-Management. Aufgezeigt wurden dabei facettenreiche und neue interdisziplinäre Therapiemöglichkeiten – zugeschnitten auf die Behandlung durch den niedergelassenen Arzt.

Uwe Machleit, Diplom-Psychologe und Psychologischer Leiter des Adipositas-Zentrums referierte über das Thema Gewichtsreduktion durch interaktives Stressmanagement. Dazu stellte er zunächst verschiedene Stressfaktoren und deren Auswirkungen vor. Insbesondere ging es um das Essverhalten und die daraus resultierende Gewichtszunahme. Anschließend ging er auf verschiedene Therapiemöglichkeiten mit ihren Vor- und Nachteilen ein. Ernährungsumstellung, Therapie und Sport sind mit die wichtigsten Interventionsmöglichkeiten.

Michael Brenner, Leitender Physiotherapeut aus Frankfurt, unterstrich in seinem Vortrag die Vorteile von Sporttherapie. Durch viele Positiv-Beispiele zeigt er auf, dass Bewegung der Schlüssel zum Erfolg ist. Dabei ging er besonders auf den Langzeiterfolg von Muskelauf- und Körperfettabbau ein. „Sport und Bewegung ist die beste Vor- und Nachsorgemöglichkeit.“

PD Dr. Helfried Waleczek, Chefarzt der Klinik für Chirurgie am Evangelischen Krankenhaus Hattingen (EvK), stellte im Abschluss die verschiedenen chirurgischen Möglichkeiten wie Magenband, Schlauchmagen und Magenbypass vor. Dabei führte er Vor– und Nachteile auf und verwies darauf, dass es stets dauerhafte Eingriffe sind. Alternativ stellte er daher das "EndoBarrier-Verfahren" vor, eine endoskopisch unterstützte Methode zur Gewichtsreduktion.

Der "EndoBarrier“ ist ein 60 Zentimeter langer Teflonschlauch, der endoskopisch eingeführt wird und dann auf Zeit im Zwölffingerdarm verbleibt. Der Nahrungsbrei wird durch den "EndoBarrier“ geleitet, weshalb den Dünndarm zunächst keine Nährstoffe aufnehmen kann. „Diese Maßnahme ist eine Methode um in andere Gewichtsklasse zu kommen“, berichtet der Fachmann. „Im EvK unterstützen wir im Jahr auf diese Weise circa 50 Patienten bei der Gewichtsreduzierung.“

Im Anschluss gab es Workshops unter anderem mit einer hochmodernen Waage der Firma Seca zur Körperfettmessung, einer elektronische Gabel zur Überwachung der Ernährungsgewohnheiten (Firma SoulFit) und weiteren Hilfsmitteln wie z.B. einem elektronischen Schrittzähler der Firma Beurer.

← zurück