Neu im Augusta:
Die "Kaisergeburt"

Eine ganz besondere, in dieser Art noch neue Form der Kaiserschnittentbindung gibt es seit kurzem in der Geburtshilfe der Augusta-Kranken-Anstalt Die so genannte „Kaisergeburt“ ermöglicht den Eltern eine noch intensivere Teilhabe an der Geburt.

So wird z.B. das sterile OP-Tuch, welches normalerweise als Sichtschutz fungiert, kurzzeitig abgesenkt, damit Mutter und Vater den Prozess der Kindsentwicklung sehen können - und der Vater darf die Nabelschnur durchtrennen. Außerdem wird, wie bei einer normalen Geburt schon lange üblich, das Neugeborene sofort der Mutter zum Bonding (engl.: Bindung) auf die Brust gelegt und verbleibt dort für seine erste Lebenszeit. Bonding hat einen nachweislich positiven Effekt für das Neugeborene, für den Erfolg des Stillens und natürlich für die Mutter-Kind Beziehung.

Im September erfolgte nun zum ersten Mal in der Augusta-Kranken-Anstalt diese Kaiserschnittvariante, die in einigen deutschen Kliniken bereits erfolgreich praktiziert wird. Der kleine Josh und seine Eltern konnten die Vorzüge dieses Verfahrens im wahrsten Sinne des Wortes „hautnah“ miterleben.

Joshs Mutter beschreibt, dass sie vor allem das sofortige Bonding als sehr schön empfand, da keine Trennung vom Kind stattfand und sie ihren Sohn die ganze Zeit ganz nah bei sich hatte. Außerdem war sie begeistert, als sie die volle Haarpracht ihres Sohnes nach dem Absenken des OP-Tuches sehen konnte. Ihr Ehemann war sehr froh, dass er trotz der Operation die Möglichkeit zur Durchtrennung der Nabelschnur bekam und somit auch komplett in die Geburt eingebunden war.

Nach dieser erfolgreichen Premiere möchte die Geburtsklinik der Augusta-Kranken-Anstalt das Verfahren der Kaisergeburt weiter etablieren. „Natürlich erfordert es einen größeren organisatorischen Aufwand und eine gute Zusammenarbeit mit unserer Anästhesiologischen Klinik. Glücklicherweise kooperieren alle unsere Abteilungen sehr gut, so dass wir ausgewählten Patientinnen die Kaisergeburt ermöglichen können“ sagt Oberarzt Benedikt Gottschlich.

Priv.-Doz. Dr. med. Gabriele Bonatz, Chefärztin der Frauenklinik, merkt darüber hinaus an, „dass der Kaiserschnitt und somit auch die Kaisergeburt in unserer Klinik die Ausnahme bleiben und nur bei medizinischer Indikation durchgeführt werden sollten.“ In diesem Fall allerdings könne die Kaisergeburt für die Familie eine besondere Möglichkeit sein, trotz der notwendigen Operation ein besonders schönes Geburtserlebnis zu haben.

Info:
Knapp über 30 Prozent aller Geburten in Deutschland sind nach aktueller Statistik Kaiserschnitt-Geburten. Experten sind uneins in der Beurteilung der Entwicklung. Die Kaisergeburt ist dennoch eine positive Entwicklung, verschafft sie doch auch denjenigen Frauen ein besonderes Erlebnis, bei denen aus medizinischen Gründen ein Kaiserschnitt gemacht werden muss.