100 Jahre und fit:
Siegfried Josef Kalinka macht am 26. November das Jahrhundert voll

„Fußball ist unser Leben“ sangen die Kicker der Nationalmannschaft schon vor ihrem Titelgewinn im Jahr 1974. Dieses Lied passt wunderbar auch ins Leben von Siegfried Josef Kalinka, der im Jahr des zweiten deutschen WM-Triumphs seinen 60. Geburtstag feierte – und nun am 26. November im Augusta Seniorenheim am Kesterkamp das (Fußball-)Jahrhundert voll macht.

 Der Mann ist „fit wie ein Turnschuh“. Ausgedehnte Spaziergänge, Treppenlaufen und kleinere Einkäufe in Bochum-Linden gehören zu seinem täglichen Fitnessprogramm. Kein Wunder bei einem ehemaligen Leistungssportler. Geboren in den Wirren des ersten Weltkriegs, wuchs er mit zwei Brüdern und zwei Schwestern in Bochum-Grumme auf und begeisterte sich schon in der Schulzeit für Fußball. Dabei übersprang er sogar die vorletzte Klasse.

Die „echte“ Fußball-Karriere begann allerdings erst 1932, als er bei der „Zweiten“ von Germania Bochum einstieg. „Die spielten damals schon erstklassig“, erinnert sich der Jubilar. 1934 wurde der junge Mann von Trainerlegende Josef „Sepp“ Herberger zu einem Sichtungslehrgang eingeladen, danach gleich in der ersten Mannschaft eingesetzt. An sein erstes Spiel erinnert sich Kalinka noch wahnsinnig gern: „ Wir haben in der Glückaufkampfbahn auf Schalke gespielt. Da hab ich den Ernst Kuzorra zur Verzweiflung gebracht.“

 Durch die Fusion der Vereine TuS und Germania Bochum kam Kalinka 1938 zum neu formierten VfL Bochum 1848, wo er bis 1944 spielte. Ein Knieproblem markierte in diesem Jahr das Ende seiner aktiven Laufbahn. Der Sport half ihm, relativ unbeschadet durch die schrecklichen des Zweiten Weltkriegs zu kommen. „Es gab immer und überall fußballverrückte Menschen, so dass ich sehr oft auch für den Sport freigestellt wurde“, erinnert sich Kalinka.

Ein besonders glückliches Jahr war 1958, als der Jubilar in Schlesien seine – inzwischen verstorbene - große Liebe Lydia fand und in Bochum heiratete. Außerdem fand er Arbeit als Sicherheits- und Feuerwehrmann bei den Bochumer Stadtwerken.

Zur Feier des 100. Geburtstages erwartet der Jubilar neben Mitbewohnern, dem Heimbeirat und Mitarbeitern auch seinen „kleinen“ Bruder Helmut (94). Angesagt hat sich auch Bürgermeisterin Erika Stahl.