Früher oder später kriegen wir Euch

Blutrote Infusionsbeutel und Einmal-Spritzen mit roter Füllung mögen manchem Bochumer Karnevalisten das Grinsen aus dem Gesicht gezaubert haben, als sie ihre närrischen „Kollegen“ von den Augusta Ambulanten Diensten sahen: Die hatten für ihren Rosenmontagsauftritt beim 30. Lindwurm auch gleich den passenden Slogan  parat, der an der Strecke für viele Lacher sorgte: „Früher oder später kriegen wir euch!“

In den Spritzen und Beuteln war freilich nur Kirschsaft, aber das sah – wegen der Berufsbezeichnung auf dem Karnevalswagen und weil das komplette Team mit OP-Kittel, OP-Haube und Mundschutz standesgemäß verkleidet war - schon ziemlich furchteinflößend aus. Hätte ja sein können…

Rosenmontag ist traditionell der Tag der Kinder bei den Augusta Ambulanten Diensten. Schon morgens entwickelt sich die Sozialstation in Bochum-Linden zur Karnevalshochburg. Kinder von Mitarbeitern und Freunden verladen dann Kiloweise Kamelle, Popcorn und Schokolade auf den eigenen Festwagen und können den Startschuss um 14Uhr kaum erwarten. So war es auch in diesem Jahr. 

Pünktlich - mit nur zwanzigminütiger Verspätung – war der 30. Lindwurm in der Lindener Straße gestartet. Und auch das Augusta-Gespann setzte sich dann mit drei Fahrzeugen, Pflegebett, Rollator und Rollstuhl in Bewegung. Neben dem obligatorischem Wurfmaterial gab es die Spritzen.

Dass die Lindener Narren eine Stunde Dauerregen ertragen mussten, konnte an der Stimmung nichts ändern. „Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr“, stellt Marcel Gollbach fest. „Und dann bestimmt auch wieder mit strahlendem Sonnenschein.“ Text: MG/EF - Fotos: Marcel Gollbach