Staatssekretärin Fischbach nimmt
Altenpflege-Sorgen mit nach Berlin

Um Qualität, Kosten und Perspektiven der Altenpflegeausbildung ging es bei einem Gespräch im Altenpflegeseminar der Augusta Akademie in Bochum-Linden. Zu Gast in der Bildungseinrichtung der Evangelischen Stiftung Augusta war Ingrid Fischbach, die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit. CDU-Frau Fischbach ist Bochumerin und sitzt mit an den Schalthebeln der Gesundheitspolitik in Berlin.
Hausherr Dipl.-Psych. Uwe Machleit und Melanie Drews von der Akademie-Verwaltung begrüßten neben der Staatssekretärin auch Roland Mitschke, den stellvertretenden Vorsitzenden der CDU-Ratsfraktion.
Fischbach stellte fest, „dass die besprochenen Themen vor allem Bedeutung auf Bundesebene haben und auch das Familienministerium berühren“ und versprach, diese Fragen den zuständigen Politikern und Ressortleitern in der Hauptstadt zu präsentieren.
Vorrangig ging es Uwe Machleit darum, die im Vergleich zu 2008 stark reduzierten Ausbildungspauschalen in der Altenpflege anzuprangern, die ohnehin schon weitaus geringer sind als jene in der Krankenpflege. Damit sei eine Qualitätsausbildung für die Seminare kaum zu finanzieren.
„Ausgebildete Pflegekräfte“, beklagte er außerdem das Nord-Süd-Gefälle, „verdienen im Süden bis zu 800 Euro mehr als hier.“ Zudem genieße der Beruf, trotz des hohen Bedarfs, nicht die ihm zustehende Anerkennung in Bevölkerung und Politik. Schüler und Lehrer bemängeln außerdem, dass keine Fachhochschulreife möglich sei.
Auf allen Ebenen müsse man sich bemühen, so Fischbach, „das Beste zu erreichen.“ Auch Träger und Pflegekassen müssen mit ins Boot geholt werden, um die Ausbildung für alle Beteiligten so gut möglich zu gestalten. „Wir wollen hohe Qualität in der Pflege“, so Uwe Machleit. „Dann brauchen wir auch hohe Qualität in der Ausbildung.“ Dafür sei eine kostendeckende Förderung der Altenpflegeseminare zwingend notwendig.

Info:
Für den Erwerb der Fachhochschulreife, so Machleit, sei z.B. eine Zusammenarbeit mit Berufskollegs denkbar, um den Schülern auch allgemeinbildende Fächer zu vermitteln. Wichtig sei auch, dass bestehende Finanzierungsmöglichkeiten für Schüler transparenter gemacht werden. Oft kennen nämlich selbst Fallmanager bei den Arbeitsagenturen die Unterstützungsmöglichkeiten nicht, die es zum Beispiel bei der Kinderbetreuung gibt. Oder sie können nichts zu Karrieremöglichkeiten sagen.