Beeindruckende Bilder aus dem Elektronenmikroskop

„Stereoscan“ hieß das erste Rasterelektronenmikroskop, das 1965 in Deutschland zum Einsatz kam, und der Hattinger Prof. Dr. Konrad Morgenroth durfte an der Universität Münster mit diesem High-Tech-Gerät arbeiten. Der emeritierte Chef-Pathologie der Ruhr-Universität, der mit den Extrem-Vergrößerungen von Gewebestrukturen und Erregern auch künstlerisch arbeitet, war jetzt im Evangelischen Krankenhaus zu Gast, um eine Ausstellung seiner großformatigen Bilder zu eröffnen.

In vielen Details am Computer aufwändig nachbearbeitet machen Morgenroths Einblicke u.a. in Luftröhre, Lungen, Gefäßsystem und die Bauchspeicheldrüse einen Teilbereich der Medizin besonders anschaulich. „Das sind Bilder von außergewöhnlichem ästhetischen Reiz“, lobt Priv.-Doz. Dr. Helfried Waleczek, Chefarzt der Chirurgischen Klinik. „Die Bilder wecken Interesse für die Natur, sie schockieren nicht.“

Prof. Morgenroth wuchs in Hattingen auf und kennt das EVK bereits seit seiner Jugend, denn sein Vater hatte hier die Abteilung für  Mund-, Kiefer-  und Gesichtschirurgie aufgebaut. Seinen Sohn nahm der Chef immer wieder gern in das alte Krankenhaus mit. Nun kehrte der renommierte Wissenschaftler mit seinen künstlerischen Motiven an die alte Wirkungsstätte seines Vaters zurück.

Auch er selbst war dem EvK stets eng verbunden geblieben. Als Medizinalassistent arbeitete er 1963 in der Abteilung für Innere Medizin und kam später als Professor für Pathologie regelmäßig zu den pathologischen Konferenzen ins Haus, um mit den Klinikärzten interessante Fälle zu besprechen.

Die Eröffnung der Ausstellung war gleichzeitig auch als Eröffnung der neuen Räume im EvK gedacht: Im etwas über zwei Jahre alten Neubau, der vor der Kurzzeitpflege entstanden ist und bisher nicht offiziell eröffnet wurde, haben die Chefärzte Dr. Helfried Waleczek und Dr. Gerhard Schlosser (Anästhesiologie) seit Kurzem u.a. ihre neuen Sekretariate.

Im neuen und freundlichen Besprechungsraum hatte Professor Morgenroth eine ausführliche Einführung in Geschichte und Entwicklung des Rasterelektronenmikroskops gegeben. Er hatte erläutert, dass es eine aufwändige und kostenintensive Technik sei, die aber eine große Schärfentiefe mit 3-D-Eindruck z.B. von Hohlräumen erzeuge. Schließlich konnten die Besucher der Vernissage die Bilder selbst in Augenschein nahmen, die – mit anhängenden Erklärungen - u.a. einen langen Flur schmücken.

Die Ausstellung ist für alle Besucher des EvK offen. Morgenroth gab im Übrigen eine Zusage für eine Sonderführung: Den Schülerinnen und Schülern der Krankenpflegeschule  der Augusta Kliniken wird er seine Bilder noch einmal im Detail erläutern.