Die Diakonissen wollten keine Bücherei
Silberjubiläum der Augusta-Bibliothek

Das Silberjubiläum der Patientenbücherei der Augusta Kliniken feierten Aktive und Ehemalige der Evangelischen Krankenhaushilfe gemeinsam mit Offiziellen des Augusta im Rahmen eines kleinen Festaktes in der voll besetzten Kapelle des Krankenhauses. Der Bochumer Lyriker Michael Starcke nahm das Jubiläum zum Anlass, eine Reihe seiner Gedichte vorzutragen.

Der Poet, über den man schreibt, dass ihm leise Töne laut genug sind, begann seine Lesung mit dem Werk „heute schon gelebt“, in dem – passend zum Gesundheitswesen - auch Viren vorkommen  und dessen letzter Teil  sich dem Buch zuwendet: „heute schon gelebt  / der phantasie / sind grenzen gesetzt / schluß mit duellen es / gibt kein entrinnen aber / ein buch wenigstens eines /sollte jeder gelesen haben“

Für die drei Büchereileiterinnen Monika Friedrich, Roswitha Kloss und Sylvia Erler ist es ohnehin klar, dass man Bücher gelesen haben muss. Friedrich blickte kurz zurück in die Geschichte des Buches im Krankenhaus und erinnerte daran, dass die Diakonissen damals eigentlich gegen die Einrichtung einer Bücherei waren. Dennoch, so hieß es, „haben sie uns bei ihrem Abschied einen neuen Bücherwagen spendiert, der im Übrigen heute noch existiert.“ Im Einsatz ist er allerdings nicht mehr.

Friedrich selbst erinnerte sich an ihren ersten Tag an der „Bücher-Front“: Da brach ein Rad am Bücherwagen. An weitere Besuche an den Patientenbetten war dann natürlich nicht mehr zu denken.

Auch die Seelsorger Berthold Boenig und Martina Haeseler sprachen im Anschluss ein paar offizielle Worte und sie dankten den zahlreichen ehrenamtlichen, überwiegend weiblichen Mitarbeitern. Mit einem gemeinsamen Lied fand die kleine Feier, die im Übrigen der Bochumer Gitarrist Peter-Rainer Überbacher mit gestaltet hatte, ihren Abschluss.

Geschäftsführer Ulrich Froese und Chef de Cuisone Ralf Meyer luden alle Besucher der Feier anschließend noch auf einen Imbiss in die Personalcafeteria ein. Dort wurde dann noch ausgiebig über die alten Zeiten geplaudert.

Info:

Michael Starcke ist Neffe des thüringischen Heimatdichters Hans Starcke, der unter dem Pseudonym Hans Huckebein veröffentlichte. Der Bochumer WAZ-Kulturredakteur Werner Streletz schrieb: „Diese anscheinend nie enden wollende Sucht, Gedanken, Einfälle, Impressionen in eine locker gebundene Sprachform zu bringen, hat sich zu einer parallel zu seinem Leben verlaufenden lyrische Wort- und Textspur entwickelt, vielfach reich an sprachlicher Originalität, von Verwandlungen verzaubert - und immer unüberhörbar Michael Starcke.“