"Aktion Rückenwind - Hilfe bei Lungenkrebs"

Gut zu tun hatten die Experten bei der Veranstaltung „Aktion Rückenwind – Hilfe bei Lungenkrebs“, in deren Rahmen am 16. November allgemeine Fragen zu Diagnostik, Therapie und Nachsorge dieser Erkrankung beantwortet werden. Spezialisten der Augusta Kliniken Bochum, des Evangelischen Krankenhauses Herne/Eickel sowie einige niedergelassene Ärzte wollten wichtige Informationen vermitteln, denn " Wissen über die Krankheit und die Therapie", so Prof. Dr. Dirk Behringer, "hilft den Menschen, sich ihrer Erkrankung zu stellen und mindern das Gefühl, ihr hilflos ausgeliefert zu sein.

Gut 200 Menschen erkranken allein in Bochum jährlich neu an Lungenkrebs., bundesweit 32.500 Männer und 14.600 Frauen Dass die Hoffnung auf eine deutliche Verbesserung der Langzeitprognose bei Lungenkrebs in den letzten Jahren gestiegen ist, sei für die Betroffenen zunächst nur ein kleiner Trost. Die größere Hoffnung, so sagt Prof. Behringer, Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin sowie des Onkologischen Zentrums am Augusta, "wird begründet durch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Therapieverfahren.“ Behringer hatte gemeinsam mit seinem Herner Chefarztkollegen Dr. Erich Hecker, dem Leiter des Lungenkrebszentrums Herne / Bochum eingeladen zu dieser Veranstaltung in die Gastronomie im Stadtpark.

Weil es „DEN Lungenkrebs“ nicht gibt und die individuelle Situation der Erkrankten sich stark unterscheidet, bot die Aktion Rückenwind auch einen sehr individuellen Rahmen für den persönlichen Austausch. In separaten Gesprächsinseln hatten alle Besucher in der Stadtparkgastronomie die Gelegenheit, den Experten ihre persönlichen Fragen zu stellen und sich darüber hinaus mit anderen Betroffenen sowie Angehörigen auszutauschen.

Die Experten gaben Antwort auf die Frage „Was tun, wenn die Diagnose ‚Lungenkrebs‘ lautet?“ und Auskunft über Therapieformen, das Leben mit der Krankheit sowie die regionale Anlaufstellen und Kontaktpersonen, die ebenfalls im Stadtpark präsent waren.

Zu den Experten, die im Interview auf dem Podium Wortbeiträge beisteuerten gehörten unter anderem die niedergelassene Palliativärztin Dr. med. Birgitta Behringer, Ernährungsberaterin Frauke Roschkowski, der Radiologe Dr. Arne Holstein, Priv.-Doz.  Dr. Stefan Könemann als Leiter des Strahlentherapiezentrums Bochum, der Onkologe Prof. Dr. Holger Nückel  sowie Prof. Dr. Stathis Philippou, derLeiter des Instituts für Pathologie und Zytologie an den Augusta Kliniken.

Kurz vor der Patientenveranstaltung hatten die Experten übrigens auch ihre ärztlichen Kollegen informiert – u.a. zu Nutzen und Risiken der Positronen-Emissions-Tomografie (PET) und zur Bedeutung der strukturierten Nachsorge.

Wortmeldungen:

 „Jeder Patient wird in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt“, erklärte Dr. Erich Hecker – Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie in Herne. „Dies bedeutet, durch die enge Zusammenarbeit aller Disziplinen ein für die Patienten individueller Behandlungsplan erarbeitet und festgelegt wird.“

„Besonders Angehörige befinden sich häufig in einem Spannungsfeld, „so Psychiaterin Christiane Wähner, „zwischen eigener Betroffenheit, Hilflosigkeit und dem Wunsch zu helfen.“ Wähner ist Chefärztin der Klinik für Gerontopsychiatrie an den Augusta Kliniken.

„Betroffene und Angehörige sollten aber gleichzeitig unbedingt wissen", sagte Christiane Breddemann. "an wen sie sich wenden können, um entsprechende Unterstützung und Beratung zu bekommen."