Schmerzhafte Endometriose
wird leider oft erst spät erkannt

Enormen Aufklärungsbedarf gibt es bei der Endometriose, einer Krankheit, die bei zehn bis 25 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter auftritt und nicht selten Ursache ist für einen unerfüllten Kinderwunsch. Dabei wächst Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter und verursacht massive Beschwerden, die in der gleichen Form sehr oft auch mit anderen Erkrankungen einhergehen, so dass die korrekte Diagnose Endometriose leider oft erst spät gestellt wird. 

Sechs Millionen Frauen – so Schätzungen – leiden in Deutschland an Endometriose. Rund 40.000 erkranken jährlich neu, sagt Priv.-Doz. Dr. Gabriele Bonatz, die Chefärztin der Frauenklinik an der Augusta-Kranken-Anstalt. „Diese Zahlen sind erschütternd, weil eben sehr oft junge Frauen betroffen sind. Aber es ahndelt sich generell um eine gutartige Erktankung.“ Die aber böse Symptome verursachen kann.

Mitte November hatte Dr. Bonatz mit ihrem frisch zertifizierten Endometriosezentrum Augusta eine Patienteninformationsveranstaltung zur Erkennung und Behandlung der Endometriose angeboten. In der Aula des Institutsgebäudes an der Bergstraße 26 gaben die Experten einen Überblick über Diagnostik und Therapieoptionen dieser häufigen Erkrankung, die sehr oft mit Schmerzen bei der Regelblutung einhergeht.

„Für viele junge Frauen waren die ersten Regelblutungen schmerzhaft“, sagt Oberärztin Elzbieta Witt. „Die denken dann, das ist die Normalität und gehen deshalb nicht zum Arzt.“ Wenn sie aber doch einen Mediziner aufsuchen, hat dieser es schwer mit der Differenzialdiagnose, der Abgrenzung zu anderen Krankheiten und dem Herausarbeiten der richtigen Diagnose.

Das außerhalb der Gebärmutter wachsende Gewebe – das kann im Extremfall sogar in der Lunge sein - verhält sich wie das Endometrium, die Gebärmutterschleimhaut. Es wächst und blutet z.B. in den Eierstöcken, im Bauchfell oder den Eileitern also genau so zyklusabhängig wie die „richtige“ Gebärmutteraschleimhaut im Inneren der Gebärmutter. Die Blutung kann aber nicht nach außen abfließen.

Nicht nur dies verursacht die Beschwerden. Häufig sind es zyklusabhängige Bauch- und Rückenbeschwerden sowie schmerzende Monatsblutungen, wobei die sichere Diagnosestellung erst nach einer Bauchspiegelung gelingt, bei der das Problem gleich beseitigt werden kann.

Dr. Bonatz hatte für diese Patientenveranstaltung eine ganze Reihe von Experten eingeladen, die aber nicht nur die Laien informierten, sondern einen Tag später auch Ärzte.

Am ersten Tag war auch Prof. Dr. med. Dr. h. c. Adolf E. Schindler, der ehemalige Direktor der Universitätsfrauenklinik Essen und Mitbegründer sowie Vorstandsmitglied der Stiftung Endometrioseforschung, nach Bochum gekommen.

Zum einen referierte der Direktor des Instituts für Medizinische Forschung und Fortbildung sehr anschaulich und beantwortete viele Fragen. Zum anderen hatte er die angenehme Aufgabe Dr. Bonatz das offizielle Zertifikat für die Anerkennung als Endometriosezentrum zu überreichen.