Nachlese zur Veranstaltung
„Menschenwürdiges Sterben“

Am 19.Januar 2013 fand die Info-Veranstaltung „Menschenwürdiges Sterben“ im Kunstmuseum Bochum statt. 80 Bürgerinnen und Bürger fanden den Weg zu dieser interessanten und informativen Veranstaltung. Den Anstoß zu dieser Veranstaltung hatten wir durch einen Bericht der WAZ  über einen jungen Mann erhalten, der seiner seit Jahren im Koma liegenden Mutter aktiv zum Sterben verholfen hat und deswegen verurteilt wurde. Hätte eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht für den Sohn vorgelegen, hätte er möglicherweise nicht derart handeln müssen.

Aus der täglichen Praxis kam die Erfahrung hinzu, dass jede Patientin, die mit der Diagnose „(Brust)-krebs“ konfrontiert wird, sich unweigerlich mit der Frage der Prognose und damit auch des Todes auseinandersetzt. Fragt man nach, besteht meistens keine Angst vor dem Tod, sondern vor dem Sterben selbst.

Mit unserer Veranstaltung wollten wir dazu ermutigen, in einer Situation, in der es uns gut geht, darüber nachzudenken, wie man sich den Prozess des Sterbens am eigenen Lebensabend vorstellt und wie man die Umsetzung seiner eigenen Vorstellungen vorbereiten kann, ohne Angehörige oder Ärzte in Gewissenskonflikte zu bringen.

Dr. Birgitta Behringer, Hausärztin und Palliativmedizinerin, berichtete sehr anschaulich und praxisnah aus ihrer täglichen Arbeit. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Patienten/innen und ihre Angehörigen am Ende ihres Lebens medizinisch zu begleiten. Unterstützt wird sie dabei durch das Palliativnetz Bochum. 

Marion Meichsner, Fachanwätin für Familien- und Strafrecht, erörterte in ihrem Vortrag dass man in einer Patientenverfügung, genau festlegen kann, was nicht mit einem gemacht werden soll, wenn der Sterbeprozess einmal begonnen hat und man selber nicht mehr in der Lage zur Willensäußerung ist. Von Vorteil ist in einer solchen Situation, schon früher einen nahen Vertrauten für die Vorsorgevollmacht eingesetzt zu haben, der, wenn erforderlich und man es selber nicht mehr kann, auch Entscheidungen treffen darf.

Schlussendlich berichtete Katrin Gondermann, Krankenschwester und langjährige Mitarbeiterin im Hospiz St Hildegard, über ihre Erfahrungen in der Hospizarbeit. Sie schilderte ihre wertvolle Tätigkeit sehr eindrucksvoll und stellte die Wege dar, die eine Aufnahme in das Hospiz ermöglichen.

Das Publikum bewies mit zahlreichen Fragen, dass die behandelten Themen in der Bevölkerung allgemein und bei der Veranstaltung im Besonderen auf ein sehr großes Interesse stoßen. Wir hoffen, durch unsere Veranstaltung dem hohen Informationsbedarf Rechnung getragen zu haben. (aktivgegenbrustkrebs.org)