Info und Diskussion über menschenwürdiges Sterben

Der Bochumer Verein „Aktiv gegen Brustkrebs e.V.“ hatte zum Pressegespräch geladen. Man wollte die Infoveranstaltung des Vereins, am 19.01.2013, um 15 Uhr, im Kunstmuseum Bochum vorstellen: Bei der kostenlosen und für alle Interessenten offenen Veranstaltung "Menschenwürdiges Sterben“ sprechen Referentinnen aus Medizin, Hospizarbeit und den Rechtswissenschaften in Vorträgen, mit Fallbeispielen und in der Diskussion mit den Gästen über das Problem der Versorgung und Betreuung Schwerstkranker und Sterbender im häuslichen Bereich und im Hospiz.

Esther Götzl, der Vorsitzenden von „Aktiv gegen Brustkrebs e.V.“, kam die Idee für die Veranstaltung, Mitte letzten Jahres bei der Lektüre eines Zeitungsartikels, in dem es um einen Mann ging, der seiner Mutter Sterbehilfe gegeben hatte und deshalb in Haft musste. “Dieser Artikel hat mich zutiefst berührt“, sagt Esther Götzl, „und deshalb wollen wir mit unserer Veranstaltung so viel Aufklärung bieten, dass sich niemand in einer ähnlichen Situation so verzweifelt, hilflos, unwissend ausgeliefert fühlt wie der im Artikel beschriebene junge Mann und seine Familie."

Die Referentinnen Katrin Gondermann (Hospiz St.-Hildegard), die Rechtsanwältin Marion Meichsner, Palliativmedizinerin Dr. Birgitta Behringer und auch Vorstandsmitglied Dr. Gabriele Bonatz, Chefärztin der Frauenklinik mit Brustzentrum der Augusta-Kranken-Anstalt, sprachen mit den anwesenden Journalistinnen vorab über Vollmachten für Vorsorge und Betreuung und stellten fest, dass niemand in der letzten Phase seines Lebens Schmerzen haben müsse.

Die Betreuung durch das Palliativnetz, so Birgitta Behringer, sei engmaschig und individuell und in Bochum besonders gut: Sieben Ärzte in Bochum und Wattenscheid teilen sich den 24 Stunden-Notfalldienst und „sind schnell vor Ort“. Für den Fall von Schmerzen, Übelkeit oder Luftnot stellt das Netz allen Familien für ihre Angehörigen Notfallboxen bereit. Es gebe in Bochum auch vier ambulante Hospizdienste.

Der Hospizbedarf sei größer als das Angebot. Gondermann stellte fest, dass 40 Prozent der Gäste von St. Hildegard, übrigens dem größten Hospiz in Westfalen, nicht aus Bochum kommen. Von „jetzt auf gleich“ sei kein Platz zu bekommen.

Beim Thema Sterben, so Marion Meichsner, denke jeder sofort an ein Testament. „Viel wichtiger ist aber doch, was vorher ist.“ Man müsse sich früh genug Gedanken machen, wie man versorgt sein wolle. Insofern sei es enorm wichtig, die entsprechenden Verfügungen zu treffen und Vertrauenspersonen zu bevollmächtigen.