Weihnachten ohne Herzprobleme:
Deutschland-Premiere für die Augusta-Kardiologen

Stress statt Besinnlichkeit: Gerade vermeldete die DAK, dass es an Heiligabend besonders viele Herzinfarkte gibt. An den Weihnachtstagen, so die Krankenkasse, werden ein Drittel mehr Menschen wegen eines Infarkts ins Krankenhaus eingeliefert als im Jahresdurchschnitt. 60 Prozent der Betroffenen sind Männer. Das Fest der Liebe schlage also im Wortsinn „auf‘s Herz", hieß es bei der DAK, die Daten aus den vergangenen vier Jahren verglich und zu dem Schluss kam: Die Häufung zu Weihnachten, so hieß es, sei auffällig.

Nicht gegen Infarkte, aber gegen die sehr häufigen Erkrankungen Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und Herzrhythmusstörungen wird ein neuartiges System verwendet, das Abteilungsleiter Dr. Magnus Prull gerade erstmalig in Deutschland einer Patientin der Augusta Herzklinik implantierte: Ein Defibrillator (Defi) mit einer neuartigen, vierpoligen Elektrode ist in der Lage, durch einen hochenergetischen Stimulationsimpuls gefährliche Herzrhythmusstörungen zu beenden und durch eine permanente elektrische Stimulation bestimmte Formen der Herzinsuffizienz zu behandeln. Die Elektrode leitet die elektrischen Impulse vom Defibrillator zum Herzen. „In der Herzinsuffizienztherapie“, so Dr. Prull, „werden beide Herzkammern synchron elektrisch stimuliert, um deren Gleichklang wieder herzustellen. Deshalb spricht man hier von der kardialen Resynchronisationstherapie.“

Der Kern der Sache, die neuartigen vier Elektrodenpole, so Augusta-Chefarzt Privatdozent Dr. Bodo Brandts, „geben uns mehr Möglichkeiten, die Therapie an die individuellen Bedürfnisse des Patienten anzupassen.“ Auch minimale Abweichungen in der Lage der Elektroden können ohne erneuten operativen Eingriff korrigiert werden. Für die Therapie spielt sowohl die Reizschwelle (also die Menge Energie, die abgegeben werden muss, damit der Herzmuskel auf die Elektroden-Stimulation reagiert) eine sehr große Rolle, als auch die Vermeidung einer ungewollten Zwerchfellstimulation (Schluckauf), die durch die Nähe zum Herzen möglich wäre.

Eine niedrige Reizschwelle bedeutet z.B. einen geringeren Energiebedarf, wodurch die Batterie des neuartigen Defibrillators länger hält: Bis zu 8 Jahre sind möglich. Wechseleingriffe zum Defi-Austausch sind deshalb seltener. „Und mit den vier Elektrodenpolen habe ich deutlich mehr Möglichkeiten, die optimale Stimulationskonfiguration für den Patienten einzustellen“, so Dr. Prull. „Mit den 17 Konfigurationen des Mini-Computers sehe ich eine deutliche Verbesserung in der Versorgung herzkranker Patienten, die für eine kardiale Resynchronisationstherapie in Frage kommen.“

Mit der neuartigen Elektrode der Firma Boston Scientific dürfte also - trotz der alarmierenden DAK-Zahlen - das nahende Fest der Liebe auch herzschwachen Menschen wie der im Augusta behandelten Patientin keinerlei Probleme mehr bereiten.

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